Kirchenrat für altersgerechte Sexualerziehung

Im Religions- und Konfirmationsunterricht will die evangelische Kirche Werte wie die Treue ansprechen.

Ernst Ritzi, Kirchenratssekretär
Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Der evangelische Kirchenrat Thurgau geht auf Distanz zum Grundlagenpapier der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, «Sexualpädagogik und Schule». Das schreibt er in der Antwort auf eine Interpellation zur Sexualerziehung an den Schulen. Die Interpellation von Kathleen Schwarzenbach, Kreuzlingen, ist für die ausserordentliche Synode vom Montag, 26. März, in Frauenfeld traktandiert.

Das Grundlagenpapier postuliert, Aufgabe der Schule sei nur «die Darstellung der gelebten Vielfalt von Beziehungen und Lebensformen». Für den Kirchenrat ist das eine sehr spezifische Sicht der Dinge, wonach die verschiedenen Lebensentwürfe grundsätzlich gleichwertig seien. Dazu könne man aus christlicher Sicht nicht ohne weiteres Ja sagen.

Der Liste von nicht verhandelbaren Grundrechten im Grundlagenpapier würde der Kirchenrat gerne Werte wie Treue, Ehrlichkeit, Respekt vor dem Schöpfer und Schutz vor Pornographie hinzufügen. Ein Lehrplanziel «Sexualaufklärung» gibt es im neuen Lehrplan für den Religionsunterricht an den Schulen nicht. Kirchliches Personal solle in der Unterweisung Werte wie die Treue betonen. Wenn dahinter eine Haltung stehe, wie sie in der Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin zum Ausdruck komme, würden dadurch keine Menschen ausgegrenzt oder verurteilt, hält der evangelische Kirchenrat fest.