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KIRCHE: Der Pfarrer ist jetzt Lehrer

Die Evangelischen Kirchgemeinden Uesslingen und Warth-Weiningen müssen die nächste Zeit ohne eigenen Pfarrer klarkommen. Philipp Hendriksen wechselt ans Theologisch-Diakonische Seminar nach Aarau.
Christine Luley
Die Gottesdienstbesucher verabschieden den Pfarrer und seine Frau mit Blumen. (Bild: Reto Martin)

Die Gottesdienstbesucher verabschieden den Pfarrer und seine Frau mit Blumen. (Bild: Reto Martin)

Christine Luley

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Es ist fast wie an Weihnachten: Die Uesslinger Kirche ist voll besetzt. Die Menschen sind gekommen, um mitzufeiern und ihre Anerkennung und Dankbarkeit für Pfarrer Philipp Hendriksen und seine Frau Elke auszudrücken. Die Verabschiedung findet im Rahmen eines Popularmusik-Gottesdienstes statt. Eine Form, die dazu anregt, die Botschaft mit zeitgemässen Ausdrucksweisen zu übermitteln. Die Band von Thomas Schramm unterstützt die Besucherschar bei der Singbegleitung der moderneren Rhythmen. «Danke für den coolen Sound», bringt es die junge Géraldine Sprenger auf den Punkt.

Der Schrecken über die Mitteilung war gross

Nach nur zwei Jahren tritt Philipp Hendriksen unerwartet frühzeitig vom Pfarramt Uesslingen und Warth-Weiningen zurück. Er folgt der Berufung als Dozent und Konventsmitglied an der TDS, der Höheren Fachschule für Kirche und Soziales in Aarau, und unterrichtet Kirchengeschichte, Ethik und Missionstheologie.

«Ungern lassen wir ihn ziehen», sagt René Oberhänsli. Der Uesslinger Kirchenpräsident erinnert sich, wie perplex er war, als der Pfarrer ihn und Anna Nobs im Februar über seinen Entscheid informierte. «Das Erschrecken war gross», bestätigt die Kirchenpräsidentin für Warth-Weiningen. «Denn alles lief rund, und wir dachten, dass Philipp Hendriksen längere Zeit bei uns bleibt», sagt sie weiter.

Viel Herzblut und stets ein offenes Ohr

Die Vertreter der beiden Kirchenvorsteherschaften danken ihm und seiner Frau Elke: «Für das Herzblut, das sie investiert haben, das stets offene Ohr für die Anliegen der Menschen und die ermutigenden Worte.» Sie verweisen auf die verschiedenen Aufgaben, die ihr Pfarrer nebst den Gottesdiensten ganz selbstverständlich geleistet, und Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen begleitet hat. Wie er mit dem guten Draht zu den Konfirmanden und Konfirmandinnen die jungen Leute zu eigenen Schritten im Glauben ermutigte.

In seiner Predigt beleuchtet Philipp Hendriksen, was den Glauben stärkt und fördert und wie wir mit Zweifeln umgehen können. Wenn im Alltag nichts mehr geht, reiche uns Gott die Hand. «Man muss nur die Türen aufstossen.» Er fordert auf, sich von Schwerem zu befreien. Die Gottesdienstbesucher legen Steine beim Kreuz im Altarraum nieder, wickeln Blumensamen ein, um sie zu Hause zum Blühen zu bringen: ein Symbol, sich für Gott zu öffnen.

Der Pfarrer geht nicht gern aus seinem Amt

Dann sind die Jüngsten vom KiKiMo – Kinder Kirchen Morgen, an der Reihe. Geduldig haben sie auf ihren Einsatz gewartet und überreichen den Hendriksens ­einen bunten Riesenblumenstrauss. Das Paar ist sichtlich gerührt.

Pfarrer Thomas Bachofner dankt Philipp Hendriksen im Namen des Dekanats Untersee für sein Sich-Hineingeben in der Kirchgemeinde und das Pfarr­kapitel. «Es fällt mir nicht leicht, aus dem Amt zu gehen», gesteht Pfarrer Hendriksen. Er habe sich wohlgefühlt, und dankt allen für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. In der Fürbitte formulieren die Kirchbehörden die Hoffnung: «Lass die Lehrtätigkeit von Philipp Hendriksen die Menschen ermutigen, sich auf einen Dienst in der Kirche vorzubereiten. Lass so etwas in die Kirchgemeinden zurückfliessen durch gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.»

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