Kindertagesstätten etabliert

Die im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung arbeitenden Institutionen haben im Kanton Thurgau regen Zulauf.

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frauenfeld. Familienergänzende Kinderbetreuung lautete das Thema einer Tagung, zu der die CVP-Frauen Thurgau in die Kindertagesstätte (KiTa) Bärenhöhle in Frauenfeld einluden. Mit einem Referat unter dem Titel «Fünf Jahre familienergänzende Kinderbetreuung im Thurgau» führte Kathrin Bünter, Initiantin und Leiterin der KiTa Bärenhöhle, in das Thema ein. Sie streifte die Entstehungsgeschichte, Idee, Konzept und Arbeitsweise der KiTa Bärenhöhle. Hier werden Kindern ab zwei Monaten bis ins Kindergartenalter an fünf Tagen pro Wochen von 6.45 Uhr bis 18 Uhr Tagesstrukturen geboten.

Spiel und Bewegung

Der Erkenntnis, dass im Lernprozess vieles über Bewegung ablaufe, werde Rechnung getragen. Dem freien Spiel räume man eine wichtige Rolle ein, denn über 80 Prozent eigne sich das Kind durch eigenen Antrieb und eigenes Erforschen an. Besonders wichtig seien Strukturen und Rituale. Der alltägliche Singkreis, eines dieser Rituale, welche den Kindern Sicherheit und Vertrauen gebe, sei fester Bestandteil der Alltagsstrukturen. Der Bezug zur Natur werde gefördert, indem man täglich, bei jeder Witterung, eine gewisse Zeit im Freien verbringe. Grosser Wert werde in der Bärenhöhle auf ganzheitliches Lernen gelegt. Man habe festgestellt, dass sich die Kinder umso weniger ablenken liessen, je weniger Mobiliar und Spielsachen zur Verfügung stünden.

Angeregte Diskussion

Der Start vor fünf Jahren, so Kathrin Bünter, sei hart gewesen. Es habe kaum Geld zur Verfügung gestanden. Der Rückhalt von politischer Seite sei marginal gewesen. Die Anstossfinanzierung des Bundes, die vor fünf Jahren beschlossen worden sei, und die Zeit hätten mitgeholfen, einen Gesinnungswandel einzuleiten. Dank einer Leistungsvereinbarung mit der Stadt, Ergänzungsbeiträgen und Spenden basiere die Bärenhöhle heute auf einem gesunden finanziellen Fundament. Die Auslastung sei so gut, dass man bereits an Kapazitätsgrenzen stosse.

Die Ausführungen von Kathrin Bünter regten zu einer lebhaften Diskussion an. Von den Kantonalpolitikern wurde unter anderem gefordert, sich dafür einzusetzen, dass die bürokratischen Hindernisse für Kindertagesstätten ausgeräumt werden, und zu ermögliche, dass Elternbeiträge künftig von den Steuern abgesetzt werden können. (red.)

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