Kinderkriegen liegt wieder im Trend

ST. GALLEN. Die Zahl der Geburten ist in der Ostschweiz auf einem Rekordstand. In den Kantonen Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen sind 2015 mehr Kinder zur Welt gekommen als in den Jahren zuvor. Im Kantonsspital St.

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ST. GALLEN. Die Zahl der Geburten ist in der Ostschweiz auf einem Rekordstand. In den Kantonen Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen sind 2015 mehr Kinder zur Welt gekommen als in den Jahren zuvor. Im Kantonsspital St. Gallen haben vergangenes Jahr 1681 Kinder das Licht der Welt erblickt, davon sind 794 Mädchen und 887 Buben.

Bereits das Jahr davor war für die Geburtsabteilung der Frauenklinik am Kantonsspital St. Gallen ein Rekordjahr, wie das Spital mitteilt. Damals waren es 1500 Neugeborene. Eine Zahl, die letztmals 1972 mit 1501 Neugeborenen erreicht worden ist. Das Kinderkriegen liegt damit wieder im Trend. «Kinder haben ist wieder in», sagt René Hornung, Chefarzt der Frauenklinik St. Gallen.

Trend zu mehr Kindern

Auch im Kanton Thurgau spricht man mit 1310 Geburten (639 Mädchen und 671 Buben) im Spital Frauenfeld und 1122 Geburten (489 Mädchen und 533 Buben) im Spital Münsterlingen von Rekordwerten. 2014 waren es noch etwas weniger: 1209 Kinder in Frauenfeld und 1105 in Münsterlingen. Für Marc Kohler, CEO des Spitals Thurgau, hat die Zunahme der Geburten verschiedene Gründe: «Das Bevölkerungswachstum im Kanton Thurgau dürfte ein Hauptgrund sein. Wir sehen aber auch, dass Familien mit mehreren Kindern wieder eher im Trend liegen.»

Wird die Geburtenzahl in den Kantonen über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet, so ist sie im Kanton St. Gallen seit dem Jahr 2000 stetig angestiegen. Im Kanton Thurgau hingegen konnte der Höchstwert von 2749 Geburten aus dem Jahr 1997 bislang zwar nicht mehr erreicht werden.

Familie erhält eine Aufwertung

«In einer unsicheren Zeit werden traditionelle Werte wieder wichtiger», sagt der Familiensoziologe François Höpflinger. Ein weiterer Aspekt, den Höpflinger gleichzeitig für den bedeutendsten hält, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gerade in den Städten komme man den Frauen mit Kinderkrippen und flexiblen Arbeitszeiten entgegen. «Auch die gutausgebildeten Frauen bekommen heute eher Kinder», sagt Höpflinger.

Im Kanton Thurgau ist die zusammengefasste Geburtenziffer von 1,5 Kindern pro Frau im Jahr 2010 auf 1,6 Kinder im Jahr 2014 gestiegen, was den Trend zu grösseren Familien verdeutlicht. Der Trend zu kinderreichen Familien wird sich auch nach Einschätzung von Marc Kohler, CEO des Spitals Thurgau, fortsetzen. «Wir richten uns personell und baulich auf diese steigende Nachfrage ein», sagt Kohler. Es gebe Spitzentage, wo es im Spital auch einmal eng werden könne. «Unsere Mitarbeitenden sind auch dann um ein gutes Ambiente für die werdenden Mütter und ihre Familien bemüht.» (jor)

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