Kindergärtnerinnen unzufrieden

Der Geduldsfaden ist gerissen. An ihrer Konferenz forderten die Kindergärtnerinnen endlich mehr Lohn. Der Kanton gibt sich zurückhaltend.

Christof Lampart
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berg. In der bis auf den letzten Platz besetzten Mehrzweckhalle in Berg nahmen die Kindergärtnerinnen kein Blatt vor dem Mund. Mehrere langjährige Kindergärtnerinnen beklagten sich im Beisein von Regierungsrätin Monika Knill und dem Chef des Amts für Volksschule, Walter Berger, darüber, dass sie zwar immer mehr Verantwortung erhielten, seit Jahren jedoch keine Lohnerhöhung.

Streik eine Lösung?

Die Präsidentin der Thurgauer Kindergarten Konferenz (TKK), Brigitte Zingg, erklärte, dass der Thurgau im interkantonalen Vergleich in Sachen Kindergärtnerinnen-Lohn «nicht gut» wegkomme. Sie forderte «eine Gleichstellung unserer Löhne mit jenen der Primarlehrer». Es müssten diesbezüglich zwingend Anpassungen erfolgen, sonst könnte es in einigen Jahren auch bei den Kindergärtnerinnen zu Besetzungs-Engpässen kommen, «weil der Beruf dann für viele zu wenig attraktiv erscheint», fürchtete Zingg.

Die Präsidentin der Lehrer-Standesorganisation «Bildung Thurgau», Anne Varenne, erntete Applaus und Jauchzer, als sie erklärte, dass der Anspruch der Kindergärtnerinnen auf mehr Lohn «eigentlich unbestritten» sei. Und eine Kindergärtnerin fragte in die Runde, ob man vielleicht einmal streiken sollte, um die Ziele zu erreichen, denn «ich arbeite nun seit 15 Jahren als Kindergärtnerin, aber ich habe noch nie eine Lohnerhöhung erhalten».

Kanton analysiert Lohnstudie

Regierungsrätin Knill nahm Stellung zu den Studien, welche die Lehrerlöhne mit jenen aus der Privatwirtschaft vergleichen und daraus einen höheren Lohn für die Pädagogen ableiteten. Es stimme zwar schon, dass in Teilbereichen der Thurgau schlechter abschneide, doch müsse man die Studien genauer analysieren, was ihr Amt derzeit auch mache. Sonst vergleiche man Äpfel mit Birnen.

Neu wurde die in Frauenfeld wohnhafte und in Sulgen unterrichtende Celina Nesme in den Vorstand gewählt.