Kindergärtler und schon Pendler

Nicht alle neuen Kindergärtler in Frauenfeld können ihren Quartierkindergarten besuchen. Das stört manche Eltern. Doch die Umverteilung einzelner Gruppen lasse sich nicht vermeiden, sagt Schulpräsident Andreas Wirth.

Stefan Hilzinger
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FRAUENFELD. Täglich fährt der Schulbus mit zehn Kindergärtlern weg aus dem Quartier Huben. Die vier- bis fünfjährigen Mädchen und Buben fahren vorbei an ihrem Kindergarten im Quartier, den sie zu Fuss erreichen könnten. Sie besuchen das erste Kindergartenjahr in der Schulanlage Kurzdorf (siehe Grafik).

Das stört manche Eltern und führt jedes Jahr bei der Einschulung zu Diskussionen, weiss Schulpräsident Andreas Wirth. «Doch solche Umschichtungen von ganzen Kindergärtler- und Schülergruppen lassen sich aus organisatorischen Gründen nicht ganz vermeiden.»

Klassengrösse setzt Grenzen

Nebst der Gruppe aus Huben chauffiert die Primarschulgemeinde eine zweite Gruppe Kindergärtler aus dem Quartier Oberwiesen nach Erzenholz. Der Grund dafür ist die maximale Anzahl Kinder, die eine Kindergärtnerin betreuen soll. Dies sind 18 bis 22 Kinder aus dem ersten und zweiten Jahr. «Wenn in einer Klasse 14 Kleine in den grossen Kindergarten wechseln, können wir der Kindergärtnerin zum Schulbeginn nicht noch 12 oder noch mehr kleine Kindergärtler zuteilen». Nicht überall in der Stadt werden jährlich gleich viele Kinder eingeschult. Die Schwankungen gleicht die Schule mit Umverteilungen aus. Dies betrifft im laufenden Schuljahr zwanzig von 500 Kindergärtler.

«Erste Priorität hat die Einschulung in einem der 25 Quartierkindergarten der Stadt», sagt Wirth. Zweitens strebe die Schule an, dass die Kleinen möglichst mit ihren Gspänli aus der Nachbarschaft eingeschult werden, in Einzelfällen geschehe das halt nicht im Quartier. Die Eltern erfahren im Frühsommer, wo ihr Kind eingeschult wird, das heisst, wo es den Kindergarten besuchen wird. «Wir klären jede Reklamation als Einzelfall ab und korrigieren offensichtliche Fehler», sagt Wirth. Formell anfechtbar ist die Zuteilung laut Thurgauer Schulgesetz aber nicht (siehe Kasten).

Aus den Aussenwachten

Die Kindergärtler aus Huben und Oberwiesen sind aber nicht die einzigen, die den Schulbus nehmen, wie die Grafik zeigt. So werden auch die Kindergärtler und die jüngern Schulkinder aus Gerlikon sowie Kindergärtler von den Weilern Herten oder Rüti in die Stadt hinuntergefahren. Weder in Gerlikon noch in Herten hat es einen Kindergarten.

Nicht alles ist Schulweg

Die Primarschule hat vier Schulbusse, drei eigene und einen gemieteten. Laut Rechnung 2012 kosteten die Schülertransporte rund 190 000 Franken, wobei rund die Hälfte der Kosten nicht für den Schulweg, sondern für andere Transporte anfallen, etwa zum Schwimmunterricht.

Schulpräsident Andreas Wirth. (Archivbild: Nana do Carmo)

Schulpräsident Andreas Wirth. (Archivbild: Nana do Carmo)