Kinderarmut bekämpfen

2012 hat Rokj – eine Initiative von Rotary und Inner Wheel zur Bekämpfung von Kinderarmut – 150 Gesuche bewilligt und 115 000 Franken verteilt.

Margrith Pfister-Kübler
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ERMATINGEN. Kinderarmut ist auch im Thurgau ein Problem. Am letzten Dienstag gaben im Wolfsberg Toni Schönenberger, Rotary Club Weinfelden und Initiant von Rokj, sowie Ernst Kugler, Rotary Club Oberer Bodensee, und Koordinatorin Gabi Mühlemann, einen Überblick über die Situation im Thurgau.

Schnell und unbürokratisch

Rokj setzt sich seit vier Jahren für die Integration und Unterstützung von wirtschaftlich und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in der Region ein. Rokj ist jedoch kein Ersatz für öffentliche und private karikative Hilfsleistungen. «Wir helfen unbürokratisch und schnell», wurde betont. Schönenberger: «Wir sind stolz darauf, dass Rotary Frauenfeld, Frauenfeld-Untersee, Kreuzlingen, Kreuzlingen-Konstanz, Oberer Bodensee, Oberthurgau, Rorschach-Arbon, Weinfelden, Wil-Hinterthurgau, und die Inner Wheel Clubs Frauenfeld und Kreuzlingen-Konstanz aktiv mitmachen.»

Budget von 100 000 Franken

Mit Spenden und Benefiz-Events wird Rokj finanziert. Alle elf Rotary-Clubs zahlen unabhängig von Events wie die «Rokj-Blütennacht» 5000 Franken pro Jahr ein. Auch Formel-1-Rennfahrer und Weltmeister Sebastian Vettel spendete 20 000 Franken im vergangenen Jahr. Pro Jahr wird mit einem Budget von 100 000 Franken gerechnet. Seit seinem Bestehen hat Rokj 581 Gesuche bewilligt und einen Betrag von 405 997 Franken gesprochen. In diesem Jahr wurden rund 150 Gesuche bewilligt und ein Betrag 115 000 Franken gesprochen – so viel wie noch nie zuvor.

Bei den meisten Anfragen handelt es sich um Beträge für Schullager, Musik- und Nachhilfeunterricht, Sportaktivitäten, Therapien oder Zahnbehandlungen. Besonders von Armut gefährdet sind Alleinerziehende. Für Familien, die am Existenzminimum leben, sind diese Ausgaben oft nicht tragbar. Als Folge davon sind die betroffenen Kinder häufig von gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen. Elternarmut ist Kinderarmut. 6000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren leben im Kanton Thurgau in wirtschaftlich unterversorgten Verhältnissen.

Es gilt das Vier-Augen-Prinzip

«Armut ist vor unserer Haustür. Wir rufen zur Sensibilisierung auf», so Ernst Kuglers Handlungsaufforderung. Aus dem Armutskreislauf zu entkommen ist für Kinder äusserst schwer, weil sie vollkommen von den Eltern abhängig sind. Gesuche werden im Vier-Augen-Prinzip beurteilt. Eingereicht werden Gesuche von Schulen, Privaten, Kinderkrippen, Caritas, Psychiatrischer Dienst, Amtsvormundschaft, Winterhilfe, Krebsliga und sozialen Diensten.

www.rokj.ch

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