Kians erste Begegnung mit dem A

TUTTWIL. Seinen Thek hat Kian von Niederhäusern schon vor Wochen gepackt. Benutzen durfte ihn der siebenjährige Krillberger indes erst gestern. Kian ist eines von acht Kindern, die im Primarschulhaus Tuttwil ihren ersten Schultag erlebten.

Maya Heizmann
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Erstklässler Kian von Niederhäusern freut sich über sein allererstes Schulbuch. (Bild: Maya Heizmann)

Erstklässler Kian von Niederhäusern freut sich über sein allererstes Schulbuch. (Bild: Maya Heizmann)

«Ich freue mich so auf die Schule, es ist sicher alles cool, was wir da so machen», sagt Kian von Niederhäusern aus Krillberg. Auch könne er schon gut rechnen. Der siebenjährige Blondschopf mit der grossen Zahnlücke strahlt am ersten Schultag über sein ganzes sympathisches Bubengesicht.

Eine tolle Spinne

Seinen neuen Thek in den Farben grau und rot ziert eine grosse schwarze Spinne. «Das ist ein Spider-Schul-Rucksack», erklärt Kian. Auch auf dem Etui, in dem alle schön gespitzten Farbstifte auf ihren Einsatz warten, sitzt eine grosse Spinne. «Ich finde diese Spinne so schön», schwärmt er. Doch zum Glück sei sie ja nicht lebendig. Den Ranzen hat er schon Wochen vorher für den Schuleintritt gepackt. Im Thek befinden sich auch die neuen Finken, die er letzte Woche gekauft hat.

A steht für Anfang

Gestern morgen war es dann endlich so weit: Vor acht Uhr trifft Kian seine beiden Freunde Noel und Leon aus derselben Strasse. Acht erwartungsvolle Erstklässler, vier Buben und vier Mädchen, betreten mit Müttern und Vätern das Klassenzimmer. Yasemin Karatas, die Klassenlehrerin, sowie Klassenassistentin Judith Jonas begrüssen alle herzlich. Yasemin Karatas holt aus der Schatzkiste einen Plüsch-Löwen. Mit einer spannenden Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben kann, ist das Eis zwischen Lehrerin und Schülern schnell gebrochen. Bald stampfen die Erstklässler als brüllende Löwen, als zähnefletschende Krokodile, als lustige Affen und als majestätisch schreitende Giraffen durch den Raum. Nun geht es zur Sache: A – gleich Anfang, dieser Buchstabe wird als erstes gelernt.

Schachtel mit Geheimnis

Bald ist die grosse Wandtafel mit kleinen und grossen bunten A verziert. An fünf Posten wird der Buchstabe im Sand, mit Knete und mit Bildern zum Ausmalen spielerisch geübt. Danach können die Schüler ein kleines Schächteli aus Papier anfertigen und schön verzieren. Darin wird ein geheimer Wunschzettel von den Eltern eingepackt. Das Schatzkistchen bleibt verschlossen und darf erst geöffnet werden, wenn alle Kinder das ganze Alphabet beherrschen und schreiben können.

Bald sind die ersten Schulstunden vorbei. Nach einem Klassenfoto geht es fröhlich nach Hause zurück. Dort lädt Kian seine Freunde Leon und Noel zum Tischfussball ein. Die Hausaufgaben, sich zehn Minuten mit dem Buchstaben A befassen, verschieben sie kurzerhand auf den Nachmittag. «Das Schächteli zu basteln war das Schönste am ersten Tag», da waren sich die drei Buben einig.

Bereits heute Dienstag werden die acht Erstklässler gemeinsam mit den neun Schülern von der zweiten Klasse und den fünf Drittklässlern im Klassenzimmer sitzen. Dann beginnt erst der Ernst des Lebens.