Keine Sorgen ums Entsorgen

WEINFELDEN. Batterien, Kaffeekapseln oder PET: Gegen eine Gebühr sammelt der Weinfelder Severin Reinhart den Recycling-Müll im Thurgau ein und entsorgt ihn im Werkhof. Er verdient damit sein Geld und seine Kunden sparen Zeit.

Michèle Vaterlaus
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Severin Reinharts Unternehmen Repick sammelt Recycling-Abfall. (Bild: Reto Martin)

Severin Reinharts Unternehmen Repick sammelt Recycling-Abfall. (Bild: Reto Martin)

Wenn Severin Reinhart am Morgen sein Joghurt fertig gegessen hat, dann denkt er ans Recycling: Den Aludeckel legt er zum Alu. Den Karton rund um den Becher löst er ab und entsorgt ihn mit dem Karton. Den Plastikbecher schliesslich legt er zu seinem Plastikmüll. Alles entsorgt er im Werkhof. Reinhart recycelt gerne. Er trennt den Abfall der Umwelt zuliebe. Und er will, dass es andere genau so machen. «Auch wenn die Schweizer vorbildlich sind im Abfalltrennen, vielen ist das zu viel Arbeit. Sie haben keine Lust, den Abfall zu trennen, zum Werkhof zu fahren und alles zu entsorgen», sagt er. «Aber ich kann diese Arbeit übernehmen. Ich mache sie ja gerne.»

Damit ist eine Geschäftsidee geboren. Der 28jährige Weinfelder hat das Unternehmen Repick gegründet. Dieses übernimmt die Entsorgungsarbeit.

Sammeln, Trennen, Entsorgen

Das funktioniert ganz einfach: Jeder Thurgauer kann ein Entsorgungsabo lösen. Die Abonnenten bekommen PP-Woven-Säcke, also Taschen, die aus rezyklierbarem Material bestehen. Darin können sie ihren rezyklierbaren Abfall werfen. Die gefüllten Säcke stellen sie an einem bestimmten Tag vor die Haustür und Reinhart sammelt den Sack ein- oder zweimal im Monat – je nach Abo – mit seinem Erdgas-betriebenen Auto ein. Danach sortiert er den Abfall in seinem Lager in Weinfelden und entsorgt schliesslich alles im Werkhof. Er wolle keine Konkurrenz für die Gemeinden sein. Es sei auch nicht seine Absicht, den gesammelten Recycling-Müll zu verkaufen. «Ich mache das, weil mir die Umwelt am Herzen liegt.» Reinhart hatte wegen seiner Idee bereits Kontakt mit Dieter Nägele von der Geschäftsleitung der KVA Thurgau. «Die Idee ist gut angekommen», sagt Reinhart. Es sei denkbar, dass er eines Tages die Kuh-Säcke miteinsammelt. Die Kuh-Säcke sind ein Pilotprojekt, das der Kanton Thurgau dieses Jahr gestartet hat. Ziel ist es, so Plastik zu sammeln (Ausgabe vom 24. September).

Mehr Freizeit

Reinharts Projekt läuft seit knapp zwei Monaten. Er hat mittlerweile 50 Abonnenten. Doch er wirbt nach wie vor Kunden an. Sein Ziel ist es, bis im Februar 100 Abonnenten zu gewinnen. Dann will er langsam weiterwachsen. Denn er ist überzeugt, dass seine Dienstleistung einigen das Leben erleichtert: «Man hat mehr Freizeit, weil man den Abfall nicht sortieren und selber entsorgen muss», sagt er. Gut sei seine Idee auch für Personen, die nicht mobil sind, beispielsweise für alte Menschen, denen der Gang zum Werkhof etwas schwerer fällt.

Zwei Abos zur Auswahl

Gratis ist Reinharts Dienstleistung aber nicht. Wer ein Abo hat, kann wählen, ob die Säcke ein- oder zweimal im Monat abgeholt werden. Einmal Abholen kostet 14.50 Franken, zweimal 22.50 Franken. Pro Abholung stehen zwei 38-Liter-Taschen zur Verfügung. Reinhart holt die Säcke aber nicht nur ab: Auf Wunsch schickt er am Abend vorher noch ein Erinnerungs-SMS, damit der Abonnent seinen Recycling-Abfall am nächsten Morgen rechtzeitig bereitstellt.

Mehr Infos unter www.repick.ch