Keine Sonderlösung für Biogas im Thurgau

WEINFELDEN. Der Kanton Thurgau schreibt bei Neubauten und Gebäudeerweiterungen vor, dass 20 Prozent des Wärmebedarfs durch eneuerbare Energie gedeckt werden. Wer Biogas über das Erdgasnetz bezieht, erfüllt diese Bedingung aber nicht.

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Der Grosse Rat lehnte am Mittwoch eine Motion für eine Änderung des kantonalen Energienutzungs-Gesetzes mit 79 zu 32 Stimmen ab. Den Vorstoss unterstützte hauptsächlich die SVP. Nach dem Willen der Motionäre hätte aufbereitetes Biogas aus dem Erdgasnetz für den 20-Prozent-Anteil angerechnet werden sollen.

Wenn Solaranlagen unterstützt würden, weshalb dann nicht auch das Heizen mit Biogas, argumentierten die Befürworter, vorwiegend aus der SVP. Die notwendige Kontrolle sei mit Zertifikaten, einem Biogas-Register und Grundbucheinträgen möglich.

"Mogelpackung"

Die Gegner sahen in der Motion eine "Mogelpackung" im Interesse der Erdgas-Lobby. Eine Sonderlösung für Biogas widerspreche den Zielen der thurgauischen Energiepolitik. Zudem würden "schwierig kontrollierbare Ablasshändel" gefördert, sagte eine Kritikerin.

Auch die Regierung lehnte die Motion ab. Die 20-Prozent-Vorschrift im Energienutzungsgesetz ziele auf den Einbau von technischen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie ab. Wer beispielsweise reines Biogas direkt dem Gebäude zuführe, erfülle damit den 20-Prozent-Anteil.

Mit Erdgas zu heizen und dabei über Zertifikate einen Anteil Biogas einzukaufen, sei keine langfristig garantierbare Lösung. Zudem wäre der behördliche Kontrollaufwand unverhältnismässig, argumentierte die Regierung. (sda)

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