Keine Schrottvelos an der Aadorfer Velobörse

Am Samstagmorgen standen in der Tiefgarage des Aadorfer Gemeindezentrums rund 75 gebrauchte Fahrräder und Accessoires zum Ankauf bereit. Mehr als die Hälfte fand einen neuen Besitzer.

Kurt Lichtensteiger
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Die grossen und kleinen Besucher stürmen zur Velobörse. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die grossen und kleinen Besucher stürmen zur Velobörse. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Wer sich rechtzeitig aus den Federn bemühte, um schon morgens vor 9 Uhr vor dem Eingangstor zur Tiefgarage anzustehen, hatte eine gute Nase bewiesen. Die meisten Interessenten wussten wohl aus Erfahrung, dass das Sprichwort «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben», auch für den Erwerb eines Gebrauchtvelos seine Berechtigung haben würde.

So verwunderte es nicht, dass sich unmittelbar nach Türöffnung in der Tiefgarage des Gemeindezentrums die grösste Auswahl bot, nämlich rund 75 Artikel. Darunter Herren-, Damen- und Kindervelos, Veloanhänger, Laufvelos, Trottinetts, Kickboards und Kindersitze. Alles in einwandfreiem Zustand, der Neuwertigkeit nahe- kommend.

Kauf ist Kauf

Wer ganz sicher sein wollte, tat gut daran, das Objekt der Begierde eingehend zu prüfen. Ein rascher Zugriff, angesichts der vielen Mitinteressenten verständlich, kann schnell einmal zu einem Fehlgriff werden. Vorsichtige scheuten sich trotzdem nicht, eine kleine Runde zu drehen, um erst nach einer Probefahrt den definitiven Kaufentscheid zu fällen.

Ein Rückgaberecht besteht bekanntlich nicht. Diese Vorsichtsmassnahme darf jedoch nicht als Misstrauen gegen den Veranstalter gesehen werden. Wie früher schon der Natur- und Vogelschutzverein, der sich während 21 Jahren der Börse angenommen hatte, setzte der Einwohnerverein alles daran, nur fahrtüchtige und einwandfreie Räder anzunehmen. Gerade deshalb konnten manche Käufer befriedigt von dannen ziehen, nicht selten mit der Gewissheit, ein wahres Schnäppchen ergattert zu haben. Insgesamt wurden 42 der 75 angebotenen Fahrräder und Accessoires verkauft. Was am Schluss keine Abnehmer gefunden hatte, wurde von den Besitzern wieder abgeholt.

Befriedigende Premiere

Die Organisation einer Velobörse gehört zwar nicht zur Kernkompetenz eines Einwohnervereins. Dieser wollte jedoch die langjährige Institution nicht einfach sterben lassen, sondern im Sinne eines Service public und eines Beitrags zur sinnvollen Wiederverwertung aufrechterhalten.

Martin Frei, Präsident des Einwohnervereins Aadorf, zeigte sich über den Erfolg der Aktion zufrieden, auch wenn sich der Gewinn in Grenzen halten dürfte. In die Vereinskasse fliessen nämlich nur 10 Prozent des Umsatzes, was am Aufwand gemessen relativ bescheiden ist.

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