Keine Rettung für Marienburg

Die Rettungsaktion für das Gymnasium Marienburg in Thal ist gescheitert. Die notwendigen zwei Millionen kamen nicht zusammen. Die Traditionsschule schliesst im Sommer.

Regula Weik
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Die Tage des Gymnasiums Marienburg in Thal sind gezählt. (Bild: Benjamin Manser)

Die Tage des Gymnasiums Marienburg in Thal sind gezählt. (Bild: Benjamin Manser)

THAL. Nun scheint es unwiderruflich: Das Gymnasium Marienburg stellt auf Ende des Schuljahres 2011/2012 den Betrieb ein – es muss ihn einstellen. Die lancierte Rettungsaktion ist gescheitert. Eine neue Trägerschaft, die «Neue Marienburg AG», wollte innert weniger Wochen zwei Millionen Franken auftreiben, um den Schulbetrieb für die nächsten Jahre zu sichern. Gestern dann die Mitteilung: Die Aktion ist gescheitert – «in letzter Minute».

Tausend Aktien à 500 Franken sind bis zum Stichtag gezeichnet worden, vor allem von Ehemaligen, Eltern von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Freunden der Marienburg. Hinzu kamen Zusagen mittelgrosser Investoren aus der Region – weitere 400 000 Franken. Zwei Millionen Franken wären zur Rettung notwendig gewesen.

Grossinvestor sprang ab

Und der Grossinvestor, der sich bereit erklärt hatte, das restliche, fehlende Aktienkapital zu zeichnen? Ist er abgesprungen? Sie seien sich rasch über die Weiterführung der Schule einig gewesen, sagt Christian Ledergerber vom Steuerungsausschuss der «Neuen Marienburg AG». Eine Bedingung für den Einstieg des Investors sei die Klärung der Eigentumsrechte der Liegenschaft gewesen. Da habe sich gezeigt, dass «die knappe Zeit nicht reicht, eine für alle Seiten befriedigende Lösung zu finden». Und so zog sich der Investor in letzter Minute zurück.

Zu wenig Schüler

Damit endet die über 80jährige Tradition des Gymnasiums Marienburg im kommenden Sommer. Die sechste Klasse wird dann die Matura ablegen – die letzte. Das Gymnasium zählt heute noch gut 70 Schülerinnen und Schüler – zu wenig. 105 wären «für eine betriebswirtschaftlich gesunde Grösse» nötig, hatte die Schule im Herbst die drohende Schliessung begründet. Die tiefen Schülerzahlen hatten zu einem Defizit geführt. Im Frühling hatte zudem das Kantonsparlament beschlossen, die privaten Gymnasien im Kanton – dazu zählt auch die Marienburg – künftig weniger stark zu unterstützen.

Hinzu kommt, dass die Steyler Missionare nur noch wenige Schulstunden erteilen; sie hatten die Schule aufgebaut, sind heute aber vor allem in der Pfarreiseelsorge der Umgebung tätig.