Keine Parkplatz-Felder mehr auf der grünen Wiese

WEINFELDEN. Discounter und Grossverteiler dürfen grosse Parkplätze im Thurgau künftig nicht mehr auf der grünen Wiese bauen. Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch eine entsprechende Motion mit 64 gegen 55 Stimmen angenommen.

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Ein Grossparkplatz in Amriswil. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Ein Grossparkplatz in Amriswil. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Es sei eine Verschandelung der Landschaft und ein Verschleiss wertvollen Bodens, dass Einkaufszentren im Thurgau ihre Parkplätze auf der grünen Wiese bauen dürften. Parkflächen mit mehr als 30 Plätzen müssten in Zukunft unter den Boden, forderten Toni Kappeler (Grüne) und Klemenz Somm (Grünliberale) in ihrer Motion "Verdichtet bauen - auch bei Parkplätzen".

"Ein eingeschossiger Schuppen nach dem andern, umringt von riesigen Parkflächen, wurde in den letzten Jahren an unseren Siedlungsrändern gebaut", sagte Urs-Peter Beerli (EVP,Märstetten). Dieser Verschleiss von Boden müsse gestoppt werden, verlangten die Befürworter der Motion.

Kompromiss
Niemand bestritt, dass die aus dem Boden schiessenden Parkplätze bei Einkaufszentren störend seien und ein haushälterischer Umgang mit Boden angezeigt sei.

Der Regierungsrat empfahl trotzdem die Motion abzulehnen. Die Parkplatzdiskussion sei bereits vor der Einführung des neuen Thurgauer Baugesetzes intensiv geführt worden. Die bestehende Regelung sei ein Kompromiss zwischen raumplanerischen und wirtschaftlichen Anliegen.

Das geltende Baugesetz, das seit gut einem Jahr in Kraft ist, verlangt, dass Einkaufszentren und Sportstätten mit mehr als 200 Parkplätzen vom öffentlichen Verkehr erschlossen sein müssen. Parkflächen mit mehr als 100 Plätzen müssen ausserdem bewirtschaftet werden.

Anreize statt Vorschriften
Die SVP- und die FDP-Fraktion lehnten die Motion ebenfalls ab. Die Baukosten für einen Parkplatz in einer Tiefgarage seien drei Mal höher als für einen ebenerdigen Parkplatz, argumentierten die Redner.Die Motion mit der willkürliche Grösse von 30 Parkplätzen sei gewerbefeindlich, sagte Hermann Hess (FDP, Amriswil), der sich selbst als Besitzer der meisten Thurgauer Parkplätze bei Einkaufszentren bezeichnete.

Es gehe nicht um den Schutz von Kulturland, sondern um Grundstücke, die bereits als Bauland ausgeschieden seien. Die FDP kündigte eine eigene Motion für den haushälterischen Umgang mit Bauland an, welche das Parkplatzproblem gewerbeverträglich regeln werde. Es brauche Anreize, nicht Vorschriften, forderten die Gegner der Motion. (sda)

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