Keine Auszonungen im Südthurgau

Die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag informierte an einem Netzwerkanlass des Vereins Wirtschaftsraum Südthurgau über den aktuellen Stand der Raumplanung. Auch Berufsweltmeister Lars Tönz wohnte der Veranstaltung bei.

Simon Dudle
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Swisstulle-Produktmanager Philip Stäuble erklärt Berufsweltmeister Lars Tönz am Netzwerkanlass, wie ein SBB-Sonnenschutz hergestellt wird. (Bild: Simon Dudle)

Swisstulle-Produktmanager Philip Stäuble erklärt Berufsweltmeister Lars Tönz am Netzwerkanlass, wie ein SBB-Sonnenschutz hergestellt wird. (Bild: Simon Dudle)

ST. MARGARETHEN. Die Region Wil wächst stetig. Das braucht Platz. Das Schweizer Volk hat sich aber im März 2013 in einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen, die Zersiedlung zu stoppen und Kulturland zu schützen. Seit Mai des vergangenen Jahres ist das neue Raumplanungsgesetz in Kraft. Heisst konkret: Die Kantone müssen ihre Richtpläne binnen fünf Jahren überarbeiten und dabei das Siedlungsgebiet für die nächsten 25 Jahre festlegen. Bis zur Genehmigung der Richtplananpassung durch den Bundesrat darf im entsprechenden Kanton die Fläche der Bauzonen nicht vergrössert werden.

Dreimal Urbaner Raum

Der Kanton Thurgau ist in drei Raumtypen aufgeteilt worden: Urbaner Raum, Kompakter Siedlungsraum, Kulturlandschaft. Zum Urbanen Raum zählten im Bezirk Münchwilen neben dem Hauptort auch Sirnach und Aadorf. Kompakter Siedlungsraum sind Dörfer mit überwiegend ländlichem Charakter und guter Anbindung an Urbane Räume. Der Rest ist Kulturlandschaft.

Möchte ein Unternehmer ausbauen, ist das komplexer als noch vor ein paar Jahren. Um nämlich irgendwo Land einzuzonen, muss andernorts welches ausgezont werden. Neue Arbeitszonen, die grösser als 20 Hektaren sind, dürfen ausschliesslich im Urbanen Raum und im Kompakten Siedlungsraum angesiedelt werden. Gleiches zählt auch für die Neuansiedlung von Grossbetrieben. Kommt es soweit, dass der Kanton Auszonungen diktiert? «In allen Gemeinden hat es noch freies Siedlungsgebiet. Im Thurgau müssen in nur vier Gemeinden Auszonungen angedacht werden. Nicht betroffen ist der Bezirk Münchwilen», sagte Regierungsrätin Carmen Haag gestern im Rahmen eines Netzwerkanlasses des Vereins Wirtschaftsraum Südthurgau bei der Firma Swisstulle in St. Margarethen.

Nicht alle vermochte dies vollends zufriedenzustellen. Kantonsrat Hanspeter Wehrle sagte, dass es zwar tatsächlich in allen Gemeinden noch Bauland habe, dieses aber oftmals nicht verfügbar sei. «Bauland-Hortung ist ein Problem. Wir müssen uns überlegen, wie wir ihm begegnen», sagte Haag.

Berufsweltmeister als «Held»

Der Anlass stand nicht nur im Zeichen der Raumplanung, sondern auch von aufstrebenden Berufsleuten. Geehrt wurden die beiden Sirnacher Lars Tönz (Busswil) und Benedikt Rüesch, die im August an den Berufsweltmeisterschaften in São Paulo für die Schweiz Edelmetall gewonnen hatten. Bruno Lüscher, Präsident des Wirtschaftsraums Südthurgau, bezeichnete die beiden als «Helden». Er tat dies nicht ohne Stolz. Denn der Verein hatte Tönz und Rüesch bereits einige Wochen vor der Berufs-WM zu den «Südthurgauern des Jahres 2015» ernannt. «Einmal Gold und einmal Silber: Ihr habt für den Südthurgau Geschichte geschrieben. Dieser Erfolg zeigt, was mit Beharrlichkeit und Einsatz alles möglich ist», sagte Lüscher, seines Zeichens seit Juni in Pension. Die beiden Medaillengewinner liessen die Lobeshymne schmunzelnd über sich herniederprasseln.