Keine Angst vor Neuerungen

Auf den Abwasserverband Region Frauenfeld kommen in den nächsten Jahren einige Herausforderungen zu. Nebst dem Projekt Rechengebäude werden ab Januar 2016 die ersten Abgaben bezüglich der Mikroverunreinigungen fällig.

Viola Stäheli
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Der bisherige und der neue Präsident des Abwasserverbandes: Ruedi Huber und Thomas Müller. (Bild Viola Stäheli)

Der bisherige und der neue Präsident des Abwasserverbandes: Ruedi Huber und Thomas Müller. (Bild Viola Stäheli)

FRAUENFELD. «Als ich vorhin einen Blick in das Rechengebäude geworfen habe, war ich froh, dass mir keine Stahlverstrebung auf den Kopf gefallen ist», sagte Thomas Müller an der Delegiertenversammlung des Abwasserverbands Region Frauenfeld am vergangenen Donnerstag. Müller ist der neue Präsident, die Delegierten wählten ihn an der Versammlung einstimmig als Nachfolger für Stadtrat Ruedi Huber.

Neues Rechengebäude

Die Aussage Müllers bezieht sich auf das Projekt eines neuen Rechengebäudes, das mit 1,34 Millionen Franken budgetiert ist. Der Rechen ist die erste Reinigungsstufe des Abwassers. Hier bleiben grobe Feststoffe hängen, die anschliessend gepresst werden. Das bisherige Rechengebäude der Abwasserreinigungsanlage (ARA) ist in die Jahre gekommen: Überall sitzt laut den Verantwortlichen Rost, und die Einrichtungen seien nicht mehr auf dem neusten Stand. So ist beispielsweise ein Rechen in Betrieb, der gar nicht mehr auf dem Markt ist. Aus diesen Gründen ist nun ein neues Rechengebäude geplant, ausgestattet mit einem moderneren und effektiveren Innenleben. Über das Projekt war an der letztjährigen Delegiertenversammlung erstmals informiert worden. An der Versammlung am Mittwoch stellte die Betriebskommission die konkreten Pläne vor. Ein Grossteil des Projekts soll 2016 realisiert werden und wird im Voranschlag mit 800 000 Franken budgetiert. Die restlichen Kosten des Projekts werden 2017 aktiviert.

Näher an den Tiefbau

Das geplante Rechengebäude ist nicht das einzige Neue, was in diesem Jahr auf den Abwasserverband zukommt. Auch im Personalwesen befindet sich einiges im Wandel. So übernimmt Thomas Müller das Amt des Präsidenten von Stadtrat Ruedi Huber. Als Erklärung für diesen Wechsel gab Huber an, dass es von der Stadt angestrebt werde, Interessenkonflikte zu vermeiden. Huber ist im Stadtrat nebst Freizeit und Sport neu auch für die Werkbetriebe zuständig. «Es ist sinnvoller, wenn die ARA enger mit dem Tiefbau verknüpft ist», sagte Huber. Im Tiefbau habe man oft mit Leitungen zu tun und damit zwangsläufig mehr Schnittstellen mit dem Abwasser. Aus diesem Grund wurde Thomas Müller, Amtsleiter Tiefbau und Verkehr, vorgeschlagen und von den Delegierten einstimmig gewählt. Huber fügte hinzu, dass die Stadt der ARA keineswegs weniger Wichtigkeit zumesse, nur weil das Amt nun an einen Angestellten der Stadt und nicht weiter an einen Stadtrat vergeben werde. Im Gegenteil, man wolle die Verwaltung optimieren und professionalisieren.

Thomas Müller ist gelernter Tiefbauzeichner, arbeitete dann als Bauingenieur und ist heute Amtsleiter für Tiefbau und Verkehr. Er wohnt in Pfyn und war dort acht Jahre im Gemeinderat aktiv. Die Delegierten bewilligten eine Ausnahme von der Richtlinie, die besagt, dass der ARA-Präsident im Verbandsgebiet wohnhaft sein muss.

Nebst dem neuen Präsidenten haben auch im Team Wechsel stattgefunden. Ausser Richard Bührer, der seit 15 Jahren bei der ARA arbeitet, hat sich das ganze Team erneuert. Markus Breu ist der neue Klärwerkmeister. Michael Nyffenegger, Konstruktionsschlosser, und René Pfund, Elektromechaniker, ergänzen das Team.

Geld für Spezialfinanzierungen

Die Rechnung 2014 zeigt auf, dass 90 000 Franken in Spezialfinanzierungen eingelagert wurden. Dies ist der Ertragsüberschuss der ARA. So beträgt das Kapital der Spezialfinanzierungen nun 5,25 Millionen Franken. Dieses Geld sei wichtig für die kommenden Projekte bezüglich der Mikroverunreinigungen (siehe Infokasten), betonte Präsident Thomas Müller.

Im Finanzplan ist ein Vorprojekt in bezug auf die Mikroverunreinigungen im Jahr 2019 vorgesehen, die Realisation des Projekts zwischen 2020 bis 2025 geplant. Im Budget 2016 sind aber erst die Abgaben an den Bund von 300 000 Franken eingerechnet. Hauptkostenpunkt im Budget sind die 800 000 Franken für das Projekt des neuen Rechengebäudes. Die Delegierten nahmen die Rechnung 2014 und das Budget 2016 einstimmig an.