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Kein Kreisel, dafür Tempo 30

Für rund acht Millionen Franken soll die Hauptstrasse durch den Bezirkshauptort Münchwilen umgestaltet werden. Angestrebt wird die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Das Projekt muss bis 2019 bewilligt sein.
Simon Dudle
Der geplante Kreisel ist vom Tisch. Eine Ampel soll hier bei der Abzweigung zur Eschlikonerstrasse künftig den Verkehr regeln. (Bild: Simon Dudle)

Der geplante Kreisel ist vom Tisch. Eine Ampel soll hier bei der Abzweigung zur Eschlikonerstrasse künftig den Verkehr regeln. (Bild: Simon Dudle)

MÜNCHWILEN. «Es geht nicht nur um die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer. Sondern um mehr Sicherheit für alle», sagt Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter. Der Verkehr ist eines der zentralen Themen, mit denen sich die Behörde im Hinterthurgauer Bezirkshauptort zu befassen hat. Dieser liegt entlang einer dicht befahrenen Kantonsstrasse, die zuerst Wilerstrasse und auf der anderen Seite des Kreisels in der Dorfmitte Frauenfelderstrasse heisst. Immer wieder sorgt der Verkehr für Diskussionen, zumal es zu Stosszeiten gerne staut. Zugleich besteht die Wahrnehmung, es würde oft mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Gemeinde gefahren.

Zu Fuss kann die Strasse im äusseren Bereich des Dorfes weder im östlichen noch im westlichen Teil gequert werden. Auch für die Velofahrer ist die Situation unbefriedigend: Sie benutzen oftmals den Gehweg.

Weniger Tempo, weniger Stau

Schon seit geraumer Zeit befasst sich ein Gremium – bestehend aus Planern, Ingenieuren, Gemeinderäten und Vertretern der Ortsparteien – mit der Zukunft der Münchwiler Hauptstrasse. Erarbeitet wurde ein Vorprojekt, das derzeit öffentlich aufliegt und dem Bund zur Vorprüfung eingereicht wird.

Markanteste Veränderung ist die Situation im Dorfzentrum zwischen dem Q20-Kreisel und dem Gasthaus Engel. Die Strasse wird auf sechs Meter verschmälert und bekommt an den beiden Rändern Streifen, welche die Strasse schmaler wirken lässt und somit eine natürliche Temporeduktion zur Folge hat. Der seitliche Gehweg wird verbreitert. Auf diesem kurzen Abschnitt soll Tempo 30 gelten. Damit erhoffen sich die Planer weniger Unfälle und mehr Sicherheit. Doch führt Tempo 30 auf der Hauptstrasse nicht zu mehr Stau? «Auf der Autobahn in St. Gallen wird das Maximaltempo bei viel Verkehr reduziert. Auch andere Beispiele zeigen, dass eine Temporeduktion zu einer Stauverminderung beiträgt», sagt Grütter.

An den beiden Ortsenden ist je ein neuer Fussgängerstreifen vorgesehen: beim Buchenacker im Osten und bei der Brunnenstrasse im Westen. In diesen Bereichen ist eine so genannte Kernfahrbahn geplant, bei der sich die Velofahrer auf der Strasse befinden. Die Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern bestimmen das Verhalten der Autofahrer, ein Überholen von Lastwagen ist nicht möglich. Immer klarer wird auch, wie der viel benutzte Abzweiger zur Eschlikonerstrasse bei der Post künftig aussehen soll. Ursprünglich war dort ein grosser Kreisel geplant. Einen solchen wird es allerdings nicht geben, da man bei den Landerwerbsverhandlungen kein Resultat erzielt hat. «Das Land ist derzeit schlicht nicht verfügbar», sagt Grütter. Dafür soll dort künftig eine Ampel den Verkehr regeln. Massnahmen sind auch bei zwei Strassen im Dorfzentrum, die heute als Schleichwege dienen, vorgesehen. Bei der Gartenstrasse soll durch verkehrsberuhigende Massnahmen die Durchfahrt erschwert und somit das Quartier entlastet werden. Ebenso wird eine Schliessung des Bahnübergangs geprüft. Bei der Engelstrasse soll das Abbiegen in die Sirnacherstrasse nur noch nach rechts möglich sein.

Volk redet mit

Ob die Umgestaltung Realität wird, steht aber noch in den Sternen. Um ans Geld des Bundes zu kommen, muss das Projekt bis im Jahr 2019 bewilligt sein. «Derzeit sind wir in der Phase des Zuhörens», sagt Grütter. Parallel dazu führt der Kanton Gespräche betreffend Landerwerb. Gesamthaft 2600 Quadratmeter sind nötig. Sobald dies geklärt ist, kommt es zu einer öffentlichen Auflage und dann zu einer Abstimmung in der Gemeinde. Ob diese an der Urne oder an der Gemeindeversammlung durchgeführt wird, steht noch nicht fest. Eine Umsetzung erfolgt in Etappen – im optimalen Fall ab dem Jahr 2020.

Guido Grütter Gemeindepräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)

Guido Grütter Gemeindepräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)

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