Kein Interesse an Preis für Familienfreundlichkeit

Im abgelaufenen Vereinsjahr wollten die SP-Frauen des Kantons Thurgau das familienfreundlichste Unternehmen küren, doch die Reaktion war gleich null.

Christof Lampart
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Weinfelden. Sie sei zwar nach wie vor davon überzeugt, dass ein solcher Preis eine gute Idee sei, doch wolle man jetzt erst einmal ein oder zwei Jahre Abstand davon nehmen und dann einen neuen Anlauf starten, erklärte die Präsidentin der SP-Frauen Thurgau, Sonja Wiesmann, am Freitag an der Jahresversammlung im Weinfelder «Frohsinn».

Die Tatsache, dass sich niemand um den Preis als familienfreundlichstes Unternehmen beworben habe, habe schon überrascht, gestand Wiesmann. Zumal die Sozialdemokratinnen zweistufig vorgingen: «Zuerst schrieben wir 600 Unternehmen der Adressliste der Industrie- und Handelskammer an, und danach, als die Meldefrist ohne Bewerbung verstrichen war, verschickten wir weitere 5500 Kopien mit der Post des Thurgauer Gewerbeverbandes.» Warum sich niemand um den Preis bewarb, kann sich Wiesmann jedoch heute noch nicht richtig erklären: «Vielleicht gibt es einfach zu viele Preise.»

Einen Wechsel gab es im Vorstand zu verzeichnen. Für die zurücktretende Lisbeth Brügger wurde neu Erika Hanhart als Aktuarin gewählt. Wiesmann richtete einen Appell an die Frauen, sich im Vorstand zu engagieren: «Wir könnten durchaus noch mehr Frauen gebrauchen.» Erfreulich sei, dass die Zahl der zahlenden Mitglieder in diesem Jahr deutlich (von 52 auf 77) angestiegen sei.

Es könnten jedoch schon bald noch mehr werden, denn die Bundespartei beschloss vor kurzem, dass alle weiblichen SP-Mitglieder in Zukunft automatisch Mitglieder der SP-Frauen ihres Kantons seien. Die weiblichen SP-Mitglieder im Thurgau sollen nun einen Brief erhalten, indem die Integration erläutert und um die Begleichung des Jahresbeitrages in der Höhe von 20 Franken geworben werden wird.

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