Kein Beitrag ans Weltklima

Die Fischinger Gemeindeversammlung segnet das neue Friedhofsreglement ab und erfüllt damit den Wunsch vieler Hinterbliebener. Eine Verdunkelung der Strassen bleibt hingegen chancenlos.

Olaf Kühne
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Das umgestaltete Gemeinschaftsgrab in Dussnang. Auf den beiden Steinen dürfen neu Namenstafeln angebracht werden. (Bild: pd)

Das umgestaltete Gemeinschaftsgrab in Dussnang. Auf den beiden Steinen dürfen neu Namenstafeln angebracht werden. (Bild: pd)

OBERWANGEN. Es sei das traurigste Kapitel der Gemeindeversammlung, versuchte Gemeindepräsident Willy Nägeli am Dienstagabend Traktandum sieben der diesjährigen Fischinger Budgetversammlung aufzulockern. «Teilrevision Friedhofsreglement» lautete dessen trockener Titel.

Nicht mehr anonym

Nebst zahlreichen formalistischen Änderungen werde man mit dem überarbeiteten Reglement dem Wunsch vieler Angehöriger von Verstorbenen gerecht, führte Nägeli aus. Drei Friedhöfe unterhält die Politische Gemeinde – in Au, Fischingen und Dussnang. Auf letzterem hat sie jüngst das Gemeinschaftsgrab umgestaltet und dabei zwei sogenannte Maggiasteine auf die Wiese gesetzt. Konnten bis anhin Urnen nur anonym beigesetzt werden, erlaubt das neue Reglement nun, auf diesen Steinen Tafeln mit den Namen der Verstorbenen anzubringen. Die 127 anwesenden Stimmbürger segneten die Neuerung genau so einstimmig ab, wie das Haupttraktandum des Abends: das Budget 2016. Dieses sieht bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 68 Prozent ein Defizit von 370 000 Franken vor. Die finanzielle Situation der Gemeinde sei «sehr angespannt», sagte Nägeli. Es gebe keinen Spielraum für Wunschprojekte.

45 Minuten früher Licht aus

Von einem Sparvorschlag wollten die Fischinger Stimmbürger dennoch nichts wissen. Grünen-Präsident Matthias Kreier hatte den Antrag gestellt, die Beleuchtung des Fischinger Strassennetzes eine Dreiviertelstunde früher auszuschalten. Tatsächlich könnte man so 2300 Franken im Jahr sparen, rechnete Gemeinderat Hanspeter Lutz vor. Hingegen hätten Studien belegt, dass das Unfallrisiko drastisch steigen würde. 2300 Franken sei auch Geld, entgegnete Kreier, die Massnahme sei aber vor allem ein kleines Zeichen gegen die globale Erwärmung. Vergebens. Das Sicherheitsargument überwog, die Fischinger verwarfen das grüne Anliegen wuchtig.