Kein Asylheim: Vertrag kommt nicht zustande

Der Kanton kann das geplante Asylheim in Eschikofen nicht bauen: Die Landeigentümer zogen ihr Verkaufsangebot zurück. Jetzt prüft der Kanton, abgewiesene Asylsuchende auf die Gemeinden zu verteilen.

Drucken
Teilen

eschikofen. Für das zuständige Departement für Finanzen und Soziales kam die Nachricht überraschend. Die Gemeinde Hüttlingen teilte mit, dass das geplante und umstrittene Asylheim in Eschikofen nicht zustande kommt. Dort hätten 15 bis 20 männliche abgewiesene Asylbewerber aus Nigeria untergebracht werden sollen. Die Besitzer des Landes zogen ihre Verkaufsabsicht an den Kanton wieder zurück, nachdem es in der Gemeinde heftigen Protest gegen das Heim gegeben hatte und sie unter Druck gesetzt worden waren.

112 der 150 Einwohner des Dorfes hatten einen Protestbrief unterschrieben. Sie hätten erst nachträglich realisiert, was der Kanton wirklich plane, erklärten die Grundeigentümer.

Keine zentrale Lösung

Regierungsrat Bernhard Koch zeigt sich enttäuscht. Die Chancen seien gesunken, ein Heim für abgewiesene Asylbewerber zu realisieren. Die breite Opposition in Eschikofen habe ihn überrascht.

Koch will nun ein Modell prüfen, die Asylsuchenden auf die 80 Gemeinden zu verteilen. Analog zu anderen Kantonen wären diese für die Nothilfe zuständig, würden aber vom Kanton finanziell unterstützt. Nicht machbar sei ein zentrales Durchgangsheim für alle Asylbewerber, wie es SVP-Kantonsräte fordern.

Erleichterung im Dorf

In Eschikofen ist derweil die Erleichterung gross.

Das Heim für abgewiesene Asylbewerber wäre für das Dorf eine grosse Belastung gewesen, sagte Frau Gemeindeammann von Hüttlingen, Anna-Rita Dutly. «Ich juble.» Positiv waren auch die Reaktionen aus der Bevölkerung. (wu/wid)

Aktuelle Nachrichten