Kein Asyl für Triebfahrzeug

Vorerst findet der historische Triebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn Unterschlupf in einer Halle im Kanton Solothurn. Doch die Freunde Schweizer Schmalspurbahnen hoffen immer noch auf einen Platz in der Ostschweiz.

Stefan Hilzinger
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Der historische Zug der Frauenfeld-Wil-Bahn mit dem Triebwagen BCe 2/4 ausgangs Frauenfeld beim «Trocadero», aufgenommen im Jubiläumsjahr 1987. (Bild: pd/Christian Ammann)

Der historische Zug der Frauenfeld-Wil-Bahn mit dem Triebwagen BCe 2/4 ausgangs Frauenfeld beim «Trocadero», aufgenommen im Jubiläumsjahr 1987. (Bild: pd/Christian Ammann)

FRAUENFELD. Nein, den Triebwagen im Freien abzustellen, das geht nicht. Das sagen sowohl Andreas Messerli, Präsident der Freunde Schweizer Schmalspurbahnen, als auch Daniel Widmer, Präsident der IG Schiene Schweiz. Dafür ist der historische Triebwagen mit der Bezeichnung BCe 2/4 der Frauenfeld-Wil-Bahn aus dem Jahr 1921 viel zu wertvoll.

«Der Triebwagen ist einmalig in der Schweiz», sagt Widmer, der in Frauenfeld wohnt und das Fahrzeug zu gerne hieher geholt hätte. Doch es hat sich einfach keine passende Halle finden lassen. «Entweder war das Tor zu klein oder die Halle war Samstag und Sonntag für uns nicht zugänglich», sagt Widmer. Doch letzteres sei für die Eisenbahn-Enthusiasten entscheidend, um am Wochenende an den Fahrzeugen arbeiten zu können.

In der alten Cellulose-Fabrik

Die Freunde Schweizer Schmalspurbahnen sind seit 1999 Besitzer des Triebwagens und einiger historischer Waggons der Frauenfeld-Wil-Bahn. Nun muss der sogenannte Jubiläumszug die Halle im bernischen Roggwil verlassen, wo er seit 2001 untergebracht war. Für die Güterwagen und den Personenwagen fanden sich Lösungen in Wil, nicht aber für den Triebwagen. Der zügelt nun nach Riedholz im Kanton Solothurn in eine Halle der 2008 geschlossenen Cellulose-Fabrik Attisholz. «Hier können wir ihn wieder in eine Halle stellen, was für seine Erhaltung wesentlich förderlicher ist als ein Abstellplatz im Freien», sagt Andreas Messerli. Dem Verein sei ein Platz zu bezahlbaren Preisen angeboten worden. Dennoch sähe auch er den Triebwagen weiterhin gern in der ursprünglichen Heimat. «Wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt für einen passenden Ort, kann er schnell herausgeholt und dahin gebracht werden», sagt Messerli.

Abbruch hätte gedroht

Der dreiklassige Triebwagen mit seinem Holzaufbau ist ein früher Zeuge der Elektrifizierung der Eisenbahn im Thurgau. Daniel Widmer von der IG Schiene ist jedenfalls froh, das der Triebwagen nun einen Platz gefunden hat. «Andernfalls hätte ihm der Abbruch gedroht», sagt er, und das könne es ja nicht sein.

Andreas Messerli Präsident der Freunde Schweizer Schmalspurbahnen (Bild: pd)

Andreas Messerli Präsident der Freunde Schweizer Schmalspurbahnen (Bild: pd)

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