Kaum geöffnet, schon geschlossen

BERLINGEN. Mitte Juni übernahmen Tochter Sandra und ihre Mutter Jeannette Schmiedmeister das Café Wahrenberger. Letzte Woche mussten die beiden Frauen das Handtuch werfen und ihren Laden in Berlingen schliessen.

Gjon David
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Leere Schaufenster: Das Café Wahrenberger in Berlingen verkauft sein Inventar. Die Betreiber mussten letzte Woche den Laden schliessen. (Bild: Gjon David)

Leere Schaufenster: Das Café Wahrenberger in Berlingen verkauft sein Inventar. Die Betreiber mussten letzte Woche den Laden schliessen. (Bild: Gjon David)

«Wegen Geschäftsaufgabe Inventar zu verkaufen», steht auf einem Plakat vor dem Café Wahrenberger. Der Laden ist fast leergeräumt. Schaut man durchs Fenster in den Innenraum, sieht man leere Regale und Inventar – «Brotkörbe, Gläser, Dekoration» –, das zum Verkauf steht.

Nach nicht einmal sechs Monaten haben Sandra und ihre Mutter Jeannette Schmiedmeister die Bäckerei und das Café Wahrenberger geschlossen. «Es ist nicht gut gelaufen, mehr will ich dazu nicht sagen», sagt Jeannette Schmiedmeister.

Kein einfacher Betrieb

Mitte Juni hatte sie mit ihrer Tochter Sandra den Laden eröffnet (unsere Zeitung berichtete). Schon nach kurzer Zeit war für Mutter und Tochter klar, dass nur wenig Kunden den Weg in das Café finden. Trotzdem wollten die beiden Frauen es weiterhin probieren und hofften auf die Touristen, Velofahrer und die Berlinger Kundschaft.

«Das Café Wahrenberger ist kein einfacher Betrieb. In den letzten Jahren haben mehrere Frauen versucht, den Laden erfolgreich zu führen, aber immer mit mässigem Erfolg», sagt Peter Koster, Gemeindeammann von Berlingen. Es sei in jedem anderen Betrieb auch so, dass man am Anfang mit Schwierigkeiten konfrontiert werde und es lange Zeit brauche, bis man eine feste Stammkundschaft aufgebaut habe, sagt Koster, der auch das Gasthaus Hirschen in Berlingen führt.

Gemeinde hat keinen Einfluss

Die Durststrecke müsse im Geschäftskonzept von Anfang an mit eingeplant werden, sagt der Gemeindeammann. Er glaubt nicht, dass in Berlingen die Geschäfte allgemein nicht gut laufen. «Es kommt immer auf die Führung an», sagt Koster. Das Café Wahrenberger ist aber nicht der einzige Laden, der Probleme hat. Auch der Lebensmittelladen Maxi schliesst. Da hatte man über Jahre eine treue Kundschaft aufgebaut und trotzdem läuft das Geschäft nicht. «Zum Lebensmittelladen Maxi kann ich nur sagen, dass Gespräche geführt werden und mehr nicht», antwortet Koster.

Eine etwas ältere Passantin aus Berlingen, die anonym bleiben will, ist besorgt und fürchtet in Zukunft in Berlingen nicht mehr einkaufen zu können. «Es bleibt dann nur noch der Metzger im Dorf und der kann nicht alle Bedürfnisse der Bewohner stillen.» Man müsse doch etwas unternehmen.

Koster erklärt, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf die Privatwirtschaft nehmen könne. «Natürlich sind wir bestrebt, dass die Infrastruktur, die Berlingen hat, aufrechterhalten wird.» Aber das letzte Wort hätten die Eigentümer oder allenfalls die Pächter. «Sie entscheiden, was sie mit ihren Lokalen machen.»

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