Kaum eingebürgert, schon Gemeinderat

An der sehr gut besuchten Berchtoldsgemeinde in Hüttlingen wählten die Stimmbürger den im vergangenen Jahr eingebürgerten Frank Zehnle neu in den Gemeinderat. Ausserdem stellte sich die Versammlung hinter den Bau eines neuen Reservoirs.

Christof Lampart
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Der Hüttlinger Gemeinderat 2015 bis 2019: Florian Ibig, Frank Zehnle (neu), Anna-Rita Dutly, Manfred Manser und Walter Schild. (Bild: Christof Lampart)

Der Hüttlinger Gemeinderat 2015 bis 2019: Florian Ibig, Frank Zehnle (neu), Anna-Rita Dutly, Manfred Manser und Walter Schild. (Bild: Christof Lampart)

HÜTTLINGEN. Nicht weniger als 225 von 603 Stimmberechtigten füllten am Berchtoldstag die Mehrzweckhalle Hüttlingen bis auf den letzten Platz, was auch daran gelegen haben, dass ein ordentliches Wahljahr anstand – galt es doch an der Berchtoldsgemeindeversammlung Gemeindeammann, Gemeinderäte, Rechnungsprüfungskommission und Urnenoffizianten neu zu bestellen. Da es bei diesem Wahlverfahren keine Frist für die Eingabe einer Kandidatur gibt, weiss man nie genau, wer vielleicht doch noch in den Ring steigt, was sicherlich auch das Interesse hoch hielt.

Kandidat in letzter Minute

Tatsächlich war bei der Drucklegung der Botschaft noch nicht klar, wer die Nachfolge von Gemeinderätin Christa Lanzicher antreten könnte. Wie Gemeindeammann Anna-Rita Dutly erklärte, habe man intensive Gespräche mit interessierten Personen, vor allem Frauen, geführt. Wie es sich aber zeigte, war bei niemandem – aus beruflichen oder familiären Gründen – die Zeit reif für diesen Schritt. So fiel die Wahl auf Frank Zehnle, der somit eine Blitzkarriere hinlegt – wurde der gebürtige Deutsche doch erst letztes Jahr in Hüttlingen eingebürgert. Er machte damals schon klar – und bekräftigte das vor der geheimen Wahl –, dass er sich aktiv ins Gemeindeleben einbringen wolle. Als seine Fachgebiete bezeichnete er die Informatik, das Gesundheitswesen und die Finanzen. Zehnle wurde mit 168 von 224 gültigen Stimmen gewählt. Noch deutlicher fiel die Zustimmung für eine weitere Legislaturperiode bei Gemeindeammann Anna-Rita Dutly (206), und den Gemeinderäten Walter Schild (211), Florian Ibig (211) und Manfred Manser (190) aus. Ein Novum gab es bei der Rechnungsprüfungskommission: Der Präsident ist neu ein externer Fachmann: Treuhänder Alois Fecker aus Felben-Wellhausen.

Teuer, aber unumgänglich

Nicht übermässig viel zu reden – auch wenn einige Präzisierungsfragen gestellt wurden – gab der Bau eines neuen Wasserreservoirs, dessen Kosten sich auf insgesamt 2,75 Millionen Franken belaufen. Dutly machte klar, dass dieser Schritt unumgänglich sei, da die Löschwasserversorgung und der fürs Löschen nötige Wasserdruck unzureichend seien. Auch seien beim 120jährigen Altbau die baulichen Anforderungen an den Bau und an die Hygiene nicht mehr erfüllt. Gemeinderat Manfred Manser beteuerte, dass beim Kredit sämtliche heute erdenklichen Kosten berücksichtigt worden seien – es also gut möglich sei, dass der Bau gar billiger zu stehen komme. Laut Manser seien die Abschreibungen problemlos machbar und eine Anpassung des Wasserpreises derzeit nicht nötig. Die Stimmbürger sagten mit grossem Mehr bei drei Enthaltungen Ja zum Bau des Reservoirs.

Weitere Infrastrukturprojekte wie die Sanierung der Bühne in der Mehrzweckhalle oder auch die zweite Etappe des Hochwasserschutzes beim Chäsibach genehmigte die Versammlung ebenfalls deutlich.