Kartoffelacker für supergute Finanzen

Ein mulmiges Gefühl beschleicht einen vergangenen Freitag, als die Wiese im Murg-Auen-Park gepflügt wird. Im ersten Moment glaubt man an einen Sabotageakt. Terroristen oder – noch schlimmer – Wutbürger und Parkgegner könnten hinter der verunstalteten Wiese stecken, die nun Acker ist.

Mathias Frei
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Ein mulmiges Gefühl beschleicht einen vergangenen Freitag, als die Wiese im Murg-Auen-Park gepflügt wird. Im ersten Moment glaubt man an einen Sabotageakt. Terroristen oder – noch schlimmer – Wutbürger und Parkgegner könnten hinter der verunstalteten Wiese stecken, die nun Acker ist.

Oder rüstet sich die Stadt etwa für richtig schlimme Zeiten? Die Finanzen sehen doch gar nicht so schlecht aus. Und wer die nächsten vier Jahre im Gemeinderat sitzt, wird auch erst kommenden Sonntag bekannt. Also, ruhig Blut! Andererseits: Um Saatkartoffeln zu setzen, wäre jetzt sicherlich der Zeitpunkt richtig. Müssen wir Frauenfelderinnen und Frauenfelder nach Meinung des Stadtrats schon bald in eine neue Anbauschlacht ziehen? Im Zweiten Weltkrieg war der Burstelpark Gemüse-Pflanzbeet. Und jetzt wird aus dem noch nicht einmal eröffneten Murg-Auen-Park ein Kartoffelacker? – Braucht es sowieso nicht, finden die Wutbürger zum Park. Und durch den Kartoffelhandel könnte die Stadt das aus dem Fenster geworfene Geld wieder reinholen. Die Werkbetriebe haben doch ein gutes Händchen beim Strom- und Gashandel. Die können das sicher auch mit Kartoffeln.

Offiziell soll auf dem Acker übrigens eine Blumenwiese entstehen – direkt neben dem Schotterrasen. Ja, auch Kartoffeln blühen irgendwann. Aber falls die Stadt wirklich mal am Hungertuch nagen sollte, gibt's im Murg-Auen-Park wenigstens noch genügend Schotter, um eine Budgetabstimmung durchführen zu können.