Kantonsräte wollen ohne Lupe einkaufen

Thurgauer Kantonsräte wünschen eine bessere Deklaration von Lebensmitteln. Sie gaben dem Regierungsrat gestern einen entsprechenden Auftrag.

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WEINFELDEN. Zwar war Moritz Tanner (SVP, Winden) zufrieden mit der Antwort des Regierungsrates auf seine Interpellation «Klare, deutliche Deklaration der Lebensmittel», doch wünschte er eine Diskussion über dieses aus seiner Sicht sehr wichtige Thema. Die Kantonsräte gewährten ihm dieses Anliegen. Allerdings verliessen gleich mehrere von ihnen den Raum – nicht alle schienen bezüglich der Bedeutung des Themas gleicher Meinung zu sein wie der Interpellant. Das Wort ergriffen in der Folge vor allem die Landwirte unter den Ratsmitgliedern. «Es ist wichtig, dass der Konsument ohne grossen Aufwand feststellen kann, wie, wo und mit welchen Zusatzstoffen ein Produkt hergestellt wurde», sagte Tanner. Der Konsument werde aber oft getäuscht, wenn er das Kleingedruckte auf den Verpackungen nicht lese.

Josef Gemperle (CVP, Fischingen) sagte, er habe sich extra eine Brille zugetan, um auf der Einkaufstour das Kleingedruckte entziffern zu können. Besonders stört ihn, dass sich mit dem Schweizer Kreuz gekennzeichnete Produkte oft als Importe herausstellen. Mehrere Votanten gaben zum Ausdruck, dass sie Unterschriften für eine Volksinitiative sammeln würden, sollte die Swissness-Vorlage im Parlament scheitern. Den Regierungsrat forderten sie auf, die Vernehmlassung ernst zu nehmen und Einfluss auf die Thurgauer Bundesparlamentarier auszuüben. Diesem Wunsch will der zuständige Regierungsrat Bernhard Koch gerne nachkommen. «Ich weiss, dass wir als Landwirtschaftskanton bei diesem Thema besonders gefordert sind.» (win)