Kanton verbietet blutige Fuchsjagd

Das revidierte Thurgauer Jagdgesetz sieht ein Verbot der umstrittenen Baujagd mit Hunden auf Füchse und Dachse vor. Damit erfüllt sich eine jahrelange Forderung des Thurgauer Tierschutzverbandes.

Silvan Meile
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Thurgauer Füchse sollen künftig nicht mehr durch Jagdhunde aus ihrem Bau getrieben werden. (Bild: Michel Canonica)

Thurgauer Füchse sollen künftig nicht mehr durch Jagdhunde aus ihrem Bau getrieben werden. (Bild: Michel Canonica)

FRAUENFELD. Der Thurgauer Regierungsrat hat nun das Baujagdverbot endgültig ins Visier genommen. Er will die umstrittene Jagd mit Hunden, die Füchse aus ihrem Bau scheuchen und vor die Flinte der Jäger treiben, generell verbieten. Diese Jagdmethode kann für beide Tiere blutig enden.

Änderung des Jagdgesetzes

«Die Baujagd ist grundsätzlich verboten», lautet die vom Regierungsrat vorgeschlagene Formulierung, die nun ins Jagdgesetz aufgenommen werden soll. Dies geschieht anlässlich der fälligen und lange aufgeschobenen Revision des kantonalen Jagdgesetzes. Zusammen mit zahlreichen weiteren Änderungsvorschlägen schickt der Regierungsrat die Gesetzesrevision bis 10. Juni in die Vernehmlassung. Damit könne der Vorschlag in einem breit abgestützten demokratischen Prozess diskutiert werden, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung.

Zepf behält Initiative als Plan-B

«Ich freue mich, dass der Regierungsrat endlich in Angriff nimmt, was er seit fünf Jahren betont», sagt Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauer Tierschutzverbands. «Doch dass der Thurgau als erster Kanton die grausame und nicht mehr zeitgemässe Baujagd verbietet, glaube ich erst, wenn es tatsächlich so im Gesetzt steht», sagt Zepf. Schon lange kämpft er für dieses Verbot. Bereits im Jahr 2010 forderte der Tierschutzverband ein ganzjähriges Verbot dieser Baujagd mit Hunden auf Füchse und Dachse. Damals erklärte der Regierungsrat, diese Forderung bei der Anpassung des kantonalen Jagdgesetzes zu berücksichtigen. Dann war es aber lange ruhig um die Gesetzesrevision. Deshalb droht Zepf seit fünf Jahren mit einer Volksinitiative, um so das Verbot der Baujagd auf diesem Weg zu erwirken. An dieser Drohung hält der Tierschützer weiterhin fest: «Dieses Schwert gebe er nicht aus der Hand», sagt Zepf. Nur falls der Grosse Rat die vom Regierungsrat vorgeschlagene Gesetzesrevision inklusive dem Baujagdverbot auch wirklich gutheissen wird, werde der Thurgauer Tierschutzverband die Volksinitiative zurückziehen. «Sonst ziehen wir durch», sagt Zepf. Das will heissen, dass der Tierschützer sonst seine mehrfach angekündigte Volksinitiative tatsächlich lanciert und die dafür nötigen 4000 Unterschriften zu sammeln beginnt.

Krähe und Tauben erlegen

Nebst dem Verbot der Baujagd sieht die vom Regierungsrat vorgeschlagene Gesetzesrevision vor, dass die Jäger künftig einen regelmässigen Nachweis ihrer Treffsicherheit erbringen müssen. Ausserdem sollen die Jagdgesellschaften weniger an die durch Hirsche oder Wildschweine verursachten Schäden bezahlen müssen. Nur noch 15 statt bisher 25 Prozent soll aus den Kassen der Jagdgesellschaften kommen. Weil auch verwilderte Haustauben und Krähen Schäden verursachen, sollen sie künftig von Grundbesitzern in deren Gebäuden und der allernächsten Umgebung erlegt werden dürfen, wie dies bereits für Füchse und Marder gilt.