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KANTON THURGAU: Verzweiflung darf kein Tabu sein

Der Kanton stellt seine neue Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention vor. Hauptsächlich bei psychischen Krankheiten ist noch Aufklärungspotenzial vorhanden.
Sabrina Bächi
Suizidgedanken sind oft eine Folge psychischer Krankheiten. Prävention und Beratungsangebote sollen helfen, dies zu verhindern. (Bild: Urs Jaudas)

Suizidgedanken sind oft eine Folge psychischer Krankheiten. Prävention und Beratungsangebote sollen helfen, dies zu verhindern. (Bild: Urs Jaudas)

Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@thurgauerzeitung.ch

Eigentlich steht es um die Gesundheit der Thurgauerinnen und Thurgauer nicht schlecht. Dennoch will der Kanton weiterhin in die Prävention investieren und stellt seine neue Strategie Gesundheitsförderung und Prävention 2017 bis 2025 vor. «40 Prozent der heutigen Gesundheitskosten bei nicht übertragbaren Krankheiten könnten mit einem gesunden Lebensstil verhindert werden», sagt Regierungsrat Jakob Stark, Chef des Departements für Finanzen und Soziales. Der Kanton hat ein volkswirtschaftliches Interesse daran, dass die Bevölkerung gesund ist und bleibt. «Die Gesundheitskosten steigen stetig. Prävention kann hier Gegensteuer geben.» Vorbeugen sei besser als Heilen. «Es geht um Kosten, aber auch um einzelne Schicksale», hält er fest. Die neue Strategie des Kantons orientiert sich an den Vorgaben der Strategie Gesundheit 2020 des Bundes. Es sei vor allem wichtig, die Bevölkerung zur Eigenverantwortung zu befähigen, sagt Stark. Um das zu erreichen, soll die Chancengerechtigkeit erhöht werden. Denn: Krankheitsrisiken und Gesundheitschancen sind in der Bevölkerung ungleich verteilt. Faktoren wie Bildung, Alter, ein Migrationshintergrund oder das Geschlecht beeinflussen die Ungleichverteilung von Krankheitsrisiken. «Ziel ist es, mit verschiedenen Massnahmen, wie beispielsweise günstigen oder kostenlosen Beratungsangeboten gerade auch Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben», sagt Judith Hübscher Stettler, Beauftragte für Gesundheitsförderung, Prävention und Sucht des Kantons Thurgau.

Ein umfassender Blick bezüglich Prävention ist auch bei der Ernährung gefragt. «Die Voraussetzungen für Adipositas bei Kindern beginnt sehr früh», sagt Hübscher Stettler. Deshalb stehen bei der Prävention im Ernährungsbereich besonders Kinder und Jugendliche im Fokus. Ernährung und Bewegung spielen aber auch im Alter eine Rolle. «Wer sich oft bewegt, vermindert das Sturzrisiko.»

Psychische Krankheiten noch immer stigmatisiert

Am ehesten harzt es bei der Prävention noch im Bereich der psychischen Krankheiten. «Diese sind immer noch tabuisiert und stigmatisiert», sagt Stark. Ein guter Wissenstand diesbezüglich ermögliche, beispielsweise bei einem Burn-out, Belastungen früh zu erkennen und adäquat zu intervenieren. So werde auch der soziale, schulische und berufliche Ausschluss verhindert. «Uns ist es wichtig, dass nicht alles psychi­atrisiert wird», sagt er. Mit günstigen Beratungsangeboten kann entsprechend auf eine schwierige Lebenssituation eingegangen werden, ohne dass es eine klinische Diagnose gibt.

Stark betont immer wieder, wie wichtig das Mass sei. Informieren ja, doch die Selbstständigkeit der Bevölkerung müsse erhalten bleiben. Selbst hält er es auch so. «Ich halte mich mit Joggen fit, achte auf die Ernährung und bin landwirtschaftlich sehr engagiert. Dafür rauche ich ab und zu eine Zigarre.» Ebenfalls eine Frage des Masses, wie er schmunzelnd verrät.

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