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KANTON THURGAU: Schüler in der Schuldenfalle

Ab März können Lehrer von dritten Oberstufenklassen ein "Schuldenmodul" buchen. Das Thurgauer ­Angebot, zu dem auch eine Doppellektion mit Experten gehört, könnte ein Vorbild für andere Kantone werden
Larissa Flammer
Das Thurgauer «Schuldenmodul» soll Schülern den Umgang mit Finanzen beibringen. (Bild: Fotolia)

Das Thurgauer «Schuldenmodul» soll Schülern den Umgang mit Finanzen beibringen. (Bild: Fotolia)

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

"Es ist erschreckend, wie viele junge Leute schon Schulden haben." Elisabeth Rietmann, Geschäftsleiterin von Benefo, Budgetberatung Thurgau, kennt die häufigsten Schuldenfallen für Jugendliche: Handyrechnung, Markenartikel, Online-Einkäufe. Es wäre Sache der Eltern, ihren Kindern den Umgang mit Finanzen beizubringen. "Das lässt sich aber kaum sicherstellen", sagt Rietmann. Deshalb hat das kantonale Konkursamt und Betreibungsinspektorat gemeinsam mit Benefo und Caritas Thurgau das Projekt "Schuldenmodul" für Sekundarschulen initiiert.

Roger Wiesendanger, Amtsleiter des Konkursamts und Betreibungsinspektorats, erklärt: "Wir haben uns umgeschaut, was es in diesem Bereich bereits gibt und sind so auf den Verein Finance Mission gestossen." Dieser wurde 2016 vom Verband der Kantonalbanken und dem Dachverband der Lehrer Schweiz ­gegründet. Er hat bereits ein ­digitales Lernspiel mit einem Arbeitsheft zur Förderung der Finanzkompetenzen entwickelt, bietet diese aber nicht vor Ort im Schulen an.

Lernangebot und Experten in der Schule

Das "Schuldenmodul" Thurgau besteht aus drei Teilen. Zuerst arbeitet die Lehrperson mit dem Lernangebot von Finance Mission, danach gestalten Fachexperten von Benefo, Caritas sowie den Konkurs- und Betreibungsämtern eine Doppelstunde und die Nachbearbeitung liegt schliesslich wieder bei der Lehrperson. "Ungefähr 20 Personen des Kantons, von Caritas und von uns wurden für diese Doppelstunden geschult", erklärt Rietmann. Sie alle sind Experten, die täglich mit Budget und Schulden zu tun haben. Wiesendanger sagt: "Ich bin stolz, dass gerade aus meinem Bereich auch sehr viele junge Leute freiwillig mitmachen." Es sei einerseits eine Chance, den Beruf zu präsentieren und sich andererseits persönlich weiter zu entwickeln. Ausserdem wollen sich viele für einen guten Zweck einsetzen.

Das "Schuldenmodul" ist für Klassen der dritten Oberstufe. "Wir setzen bei den Schülern an, weil wir vor allem präventiv ­wirken wollen", erklärt die Geschäftsleiterin von Benefo. Vielleicht werde das Angebot ­irgendwann auf Berufsschulen ausgeweitet. "Und wenn diese Kombination von Finance Mission und Experten in der Schule Erfolg hat, wird es vielleicht ein Vorbildmodell für andere Kantone." Das Angebot entspricht auch den Anforderungen des neuen Lehrplans Volksschule Thurgau, der Kompetenzen im Bereich Finanzen verlangt. "Die Prävention ist auch eine Aufgabe des Kantons. Und für mich steht die Jugend im Fokus", sagt Wiesendanger.

Kick-off ist im März

Zur Budgetberatung bei Benefo Thurgau kommen vor allem Erwachsene. "Wir merken oft bei der Beratung von Eltern, was für Erwartungen und Ausgaben die Kinder haben", sagt Geschäftsleiterin Rietmann. Ab und zu kommen Eltern zusammen mit ihren jugendlichen Kindern zur Beratung. Häufig hilft Benefo auch Lehrlingen und ihren Eltern dabei festzulegen, wer zu Hause was bezahlt.

Elisabeth Rietmann freut sich, dass ihre Stiftung das "Schuldenmodul" in Kooperation mit den drei anderen Partnern entwickeln konnte. Auch Wiesendanger betont: "Wir haben uns interdisziplinär auf die Sache konzentriert und ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Ergebnis." Am 7. März ist eine Kick-0ff-Veranstaltung geplant. Dann werden auch die Lehrpersonen detailliert informiert.

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