KANTON THURGAU: Kanton Thurgau wehrt sich gegen Schliessung von SBB-Drittverkaufsstellen

Die SBB wollen den Billettverkauf bei Post, Migrolino und privaten Stationshaltern auf Anfang 2018 einstellen. Dagegen wehrt sich nun der Kanton Thurgau mit einem Schreiben an die SBB. Der Entscheid sende ein völlig falsches Signal, heisst es darin.

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Ein SBB-Billettschalter im Migrolino am Bahnhof in Goldach. Nach dem Kanton St.Gallen wehrt sich nun auch der Thurgau gegen eine geplante Schliessung der Drittverkaufsstellen. (Bild: Ralph Ribi)

Ein SBB-Billettschalter im Migrolino am Bahnhof in Goldach. Nach dem Kanton St.Gallen wehrt sich nun auch der Thurgau gegen eine geplante Schliessung der Drittverkaufsstellen. (Bild: Ralph Ribi)

KANTON THURGAU. "Die Drittverkaufsstellen leisten einen äusserst wertvollen und notwendigen Beratungsservice", schreibt der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Walter Schönholzer in einem Brief an SBB-Chef Andreas Meyer. Die voraussichtliche Einsparung von rund fünf Millionen Franken stehe in keinem Verhältnis zum angerichteten Schaden, heisst es weiter. Schönholzer fordert deshalb den Erhalt der Drittverkaufsstellen. Damit ist der Thurgau nicht alleine. Auch der Kanton St.Gallen will den Billettverkauf durch Dritte beibehalten.

Notwendiger Beratungsservice
Am 31. Dezember 2017 stellen die SBB den Drittverkauf von Billetten und Abonnementen ein. 52 Stellen sind schweizweit davon betroffen. Elf davon stehen alleine im Kanton Thurgau. Zwar, so Schönholzer im Schreiben, könne der Kanton Thurgau dem Entscheid der SBB aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein gewisses Verständnis entgegenbringen - die elf Thurgauer Verkaufsstellen erwirtschafteten im Jahr 2015 einen Umsatz von nur 6,3 Millionen Franken. Dennoch: "Die Schliessung sämtlicher Drittverkaufsstellen ist ein völlig falsches Signal in einer Zeit, in der es darum geht, den Anteil des öffentlichen Verkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen weiter zu steigern." Des Weiteren würden die Drittverkaufsstellen einen aufgrund des komplizierten Tarifsystems notwendigen Beratungsservice erbringen. Für Menschen, welche ihr Billett weder online noch über die Automaten lösten könnten, böten die Drittverkaufsstellen die notwendige Hilfe. Hinzu komme, dass Verkaufsstellen ein Ort des sozialen Kontakts sei. "Ihnen würde mit einer Schliessung die Existenzgrundlage entzogen." Es sei zu befürchten, dass betroffene Poststellen wegen der fehlenden Einnahmen durch Billettverkäufe geschlossen würden. (red.)