KANTON THURGAU: Der feuchte Frost war zu viel

Die vier Frostnächte im April haben Folgen für die Reben. 80 Prozent der Hauptknospen sind beschädigt.

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An den Reben ist wenig Grün geblieben. (Bild: Hans-Walter Gysel/PD)

An den Reben ist wenig Grün geblieben. (Bild: Hans-Walter Gysel/PD)

Minus 3,4 Grad wurden am 21. April in Uesslingen gemessen. Temperaturen um den Gefrierpunkt gab es auch in den Nächten des 20., 29. und 30. April. Das hat Folgen, wie Markus Leumann von der Fachstelle Weinbau Thurgau-Schaffhausen festgestellt hat. «Die Rebberge sehen zurzeit erbärmlich aus», schreibt der Experte. Nach den vier Frostnächten der letzten zehn Tage sei mit erheblichen Ertragsausfällen für die Region Schaffhausen und Thurgau zu rechnen. Wie gross diese sein werden, sei zurzeit nicht bezifferbar. Klar ist aber, dass bis zu 80 Prozent der Hauptknospen erfroren sind.

Die eisigen Nächte waren aussergewöhnlich. Die Kumulation verschiedener Gegebenheiten dürfte zu den Schäden geführt haben. Die erste Frostnacht am 20. April war eine der kältesten, verursachte aber effektiv eher geringe Schäden. Vor allem die Nächte vom 21. und 29. April mit örtlichen Luftfeuchtigkeitswerten von über 90 Prozent liessen einen Grossteil der Knospen erfrieren. Zurzeit können keine unmittelbaren Massnahmen ­getroffen werden, hält Leumann fest. Die Reben befinden sich nach diesen Tagen wie in einem Schockzustand. Es braucht eine gewisse Zeit, bis die nicht erfrorenen Triebe langsam wieder zu wachsen anfangen. Erst dann wird man Gewissheit haben, wie stark die Reben aus den noch in der Entwicklung zurückstehenden Nebenaugen zu kompensieren vermögen. (red)