Kanton steuert Entwicklung

Ein neues Raumkonzept soll die Siedlungsentwicklung im Thurgau festlegen. Es soll Bevölkerungswachstum und Landverbrauch in den Griff bekommen.

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FRAUENFELD. Der Regierungsrat lässt das bestehende «Raumkonzept Thurgau» überarbeiten. Das Konzept soll die erwünschte räumliche Entwicklung des Kantons konkretisieren. Der Thurgau verfügt seit 1996 über ein Raumkonzept im kantonalen Richtplan. Es ist geprägt von je sechs kantonalen und regionalen Zentren, drei Entwicklungsachsen, die die Verbindungen zwischen den Entwicklungsräumen herstellen, sowie dem ländlichen Raum und ausserkantonalen Zentren mit ihrer grossen Bedeutung für den Thurgau. Der Richtplan legt zum Beispiel fest, dass Siedlungswachstum vor allem noch in den Zentren stattfinden soll.

Überarbeitung notwendig

Seit 1996 hätten sich die Rahmenbedingungen durch das revidierte Bundesgesetz über die Raumplanung mit neuen Aufträgen an die Kantone geändert, schreibt der Regierungsrat. Deswegen sei eine grundlegende Überarbeitung notwendig.

Hinzu komme, dass der Thurgau in Zukunft vielfältigen raumplanerischen Problemstellungen gegenüberstehe. Dazu zählt die Regierung das überdurchschnittlich hohe Bevölkerungswachstum mit einem entsprechenden Flächenverbrauch von zumeist besten Landwirtschaftsflächen und der damit verbundenen Zersiedelungstendenz. Auch Fragen der Mobilität und des Energieverbrauchs gewännen zunehmend an Bedeutung.

Handlungsräume definieren

Mit der nun anstehenden Überarbeitung soll das bisherige Raumkonzept in eine neue Gesamtstrategie münden. Dazu sollen die entsprechenden Handlungsräume definiert und vermehrt in funktionalen Räumen geplant werden (unsere Zeitung berichtete). Neben den Zentren seien insbesondere auch die ländlichen Räume in die raumplanerische Gesamtsicht einzubeziehen, schreibt der Regierungsrat. Ebenso sei den intensiven grenzüberschreitenden Beziehungen zu den ausserkantonalen Zentren Aufmerksamkeit zu schenken.

Bevölkerungszahlen vorgeben

Das Konzept soll der Siedlungsstruktur des Kantons mit seinen ländlichen, aber auch von Agglomerationen geprägten Räumen gerecht werden und die kantonsübergreifende Koordination sicherstellen. Überdies sind Vorgaben zu den kantonalen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzielen geplant sowie Aussagen über die räumliche Verteilung der erwarteten Entwicklung.

Das Raumkonzept Thurgau müsse neu behördenverbindlicher Teil des kantonalen Richtplans werden, schreibt der Regierungsrat. Das heisst, dass Gemeinde- und Kantonsbehörden bei ihren Planungen die Vorgaben des Konzepts berücksichtigen müssen.

Die Projektleitung liegt beim Amt für Raumplanung. Für die externe Beratung sind Kosten von 135 000 Franken bewilligt worden. (red./id)

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