Kanton spricht Auszonungen in Gemeinden an

FRAUENFELD. Wie gross das Siedlungsgebiet sein soll und wo seine Grenzen verlaufen – dazu führt das Thurgauer Amt für Raumentwicklung (ARE) bis im Herbst Gespräche mit jeder einzelnen der 80 Gemeinden. Auslöser ist das auf Anfang Mai 2014 geänderte Raumplanungsgesetz des Bundes.

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FRAUENFELD. Wie gross das Siedlungsgebiet sein soll und wo seine Grenzen verlaufen – dazu führt das Thurgauer Amt für Raumentwicklung (ARE) bis im Herbst Gespräche mit jeder einzelnen der 80 Gemeinden. Auslöser ist das auf Anfang Mai 2014 geänderte Raumplanungsgesetz des Bundes. Die Kantone haben fünf Jahre Zeit, ein Raumkonzept zu erarbeiten und ihre Richtpläne den neuen Anforderungen anzupassen.

Wesentliche Teile des Raumkonzepts hat der Regierungsrat letztes Jahr als Basis für die weitere Arbeit festgelegt. Demgegenüber geändert hat sich ein Detail auf der Karte des Raumkonzepts. Der Raumuntertyp Kulturlandschaft «Fokus Natur» umfasst nur noch die Gebiete mit Vernetzungsfunktion und die Schutzgebiete. Die Gebiete mit Vorrang Landschaft werden nicht mehr verzeichnet, wie das ARE am Montag mitteilte. Die Änderung habe keine inhaltliche Bedeutung, erläuterte ARE-Chefin Andrea Näf-Clasen. Das zugrunde liegende Landschaftsentwicklungskonzept sei Teil des weiterhin geltenden Richtplans. Bereits letztes Jahr hat der Regierungsrat einige Änderungen gegenüber dem ersten Entwurf vorgenommen. So verzichtet er auf das sogenannte Upgrade von Frauenfeld und Kreuzlingen zu kantonalen Hauptzentren. Stattdessen geht die Planung nun von sechs kantonalen und sechs regionalen Zentren aus.

Das ARE hat den Gemeinden bereits Dossiers zu ihrer speziellen Situation zugestellt. Auch Infoanlässe fanden statt. Die ARE-Chefin hat gute Rückmeldungen erhalten: «Man fühlt sich seriös informiert.»

Mehr Spielraum

Bei der Festlegung der Siedlungsgebiete massgebend ist die voraussichtliche Auslastung 2030, wenn die Zonenpläne das nächste Mal grundlegend revidiert werden, und 2040, wenn dasselbe beim Richtplan ansteht. Im Thurgau insgesamt und in vielen Gemeinden sind die Bauzonen gemäss ARE «in etwa richtig dimensioniert». Bei Gemeinden, deren Bauzonen sehr tief ausgelastet sind, wird das ARE im Auftrag des Regierungsrats Auszonungen «zur Sprache bringen», ebenso Reduktionen von Richtplangebieten. Dadurch könnte andernorts mehr eingezont beziehungsweise «der Entwicklungsspielraum an den am besten geeigneten Lagen» erhöht werden. (wu)

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