Kanton Schwyz ist zu Gesprächen bereit

Die St. Galler Regierung will prüfen, ob ein Teil der Mittelschüler aus Rapperswil-Jona in Pfäffikon zur Schule gehen könnte. Der Kanton Schwyz ist zu Verhandlungen bereit. Zentrale Diskussionspunkte seien die Anzahl St. Galler Schüler und die Kosten.

Adrian Vögele
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Das Gebäude der Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon. (Bild: ZSZ)

Das Gebäude der Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon. (Bild: ZSZ)

Wattwil behält seine Kantonsschule – möglicherweise aber mit reduzierter Schülerzahl: Diesen Entscheid hat die St. Galler Regierung gestern bekanntgegeben. Sie will mit dem Kanton Schwyz Verhandlungen aufnehmen zur Frage, ob 100 bis 200 Schülerinnen und Schüler aus Rapperswil-Jona die Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon besuchen könnten. Derzeit zählt die Kanti Wattwil etwa 700 Schüler, circa 500 sind nach Ansicht der Regierung das Minimum für ein Gymnasium.

Laut einem internen Mail von Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth, das die Ostschweiz am Sonntag publik gemacht hat, haben bisher keine Verhandlungen mit dem Kanton Schwyz stattgefunden. An der gestrigen Medienkonferenz kündigte Regierungspräsident und Bildungschef Stefan Kölliker dann an, die Regierung kläre die Möglichkeit der Beschulung von Schülern aus Rapperswil-Jona in Pfäffikon bis Ende Jahr ab.

Kontakt besteht

Laut Patrick von Dach, dem Generalsekretär des Schwyzer Bildungsdepartementes, ist die Schwyzer Regierung zu Verhandlungen in dieser Sache bereit. «Die Bildungsdirektoren beider Kantone sind diesbezüglich bereits in Kontakt getreten.» Inhaltlich ist aber noch alles offen. «Ein zentraler Punkt der Verhandlungen ist die Anzahl Schüler, welche der Kanton St. Gallen nach Pfäffikon ans Gymnasium schicken will», sagt von Dach. Der zweite Punkt seien die Kosten.

Die Kantonsschule Ausserschwyz, die über Standorte in Pfäffikon und Nuolen verfügt, braucht bald mehr Platz. Darum werden derzeit bauliche Massnahmen geprüft. «Möglicherweise gibt es in Pfäffikon einen Neubau», sagt von Dach. In der aktuellen Situation habe die Schule noch zusätzliche Kapazität für etwa 100 Schüler. «Das wird in den Gesprächen mit der St. Galler Regierung zu berücksichtigen sein.» Der Schwyzer Bildungschef Walter Stählin war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Kanton St. Gallen kennt bereits ein grenzüberschreitendes Mittelschulmodell: Die Kanti Wil zählt rund 550 Schülerinnen und Schüler, knapp ein Fünftel stammt aus dem Kanton Thurgau (Bezirk Münchwilen). Die genaue Zahl der ausserkantonalen Schüler variiert; die zuständigen Stellen beider Kantone entscheiden gemeinsam über deren Zuteilung an die Kanti Wil.

Baukosten aufgeteilt

Der Thurgau hatte sich bereits am Bau der Wiler Kantonsschule vor über zehn Jahren beteiligt: 50 Millionen Franken kostete das Projekt, der Thurgau steuerte 9,3 Millionen Franken bei. Das waren 20 Prozent des Gesamtbetrags nach Abzug der Kosten für den Landerwerb und der Beiträge der Stadt Wil, weiterer Gemeinden sowie Dritter. Seither bezahlt der Thurgau pro Schüler, den er nach Wil schickt, 80 Prozent der Betriebskosten, nach Abzug aller Erträge.

Laut Stefan Kölliker funktioniert das Modell gut. Ob analog zum Fall Wil auch eine finanzielle Beteiligung des Kantons St. Gallen an einem allfälligen Neubauprojekt der Kantonsschule Ausserschwyz in Frage käme, ist noch unklar.

Ebenfalls offen ist, nach welchen Kriterien ein Kontingent der Kanti Ausserschwyz für Schüler aus Rapperswil-Jona gefüllt würde. Denn Rapperswil-Jona zählt deutlich über 200 Mittelschüler – mehr als das von der St. Galler Regierung angedachte Kontingent von 100 bis 200 Gymnasiasten für Pfäffikon.

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