Kanton erneuert das Galgenholz

Der Kanton plant im Frauenfelder Galgenholz drei Gebäude des Bevölkerungsschutzes abzureissen und durch Neubauten zu ersetzen. Für dieses Vorhaben sind vier Millionen Franken im Finanzplan vorgesehen.

Silvan Meile
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Drei Pavillons auf dem Gelände des Bevölkerungsschutzes im Frauenfelder Galgenholz sollen abgerissen und durch ein Neubauprojekt ersetzt werden. (Bild: Reto Martin)

Drei Pavillons auf dem Gelände des Bevölkerungsschutzes im Frauenfelder Galgenholz sollen abgerissen und durch ein Neubauprojekt ersetzt werden. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. «Dieser Steuerfranken wird in die Sicherheit investiert», sagt Daniel Engeli, stellvertretender Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee. Engelis Blick schweift über drei längliche, einstöckige Gebäude mitten auf dem Gelände des Ausbildungs- und Kompetenzzentrums Bevölkerungsschutz im Frauenfelder Galgenholz. Diese drei Pavillons aus den späten Sechzigerjahren sollen abgerissen und einem neuen Bauprojekt Platz machen. Für eine erste Planungsphase hat der Thurgauer Regierungsrat grünes Licht gegeben. Die vier weiteren Gebäude auf dem Gelände bleiben erhalten, etwa das grosse Unterrichtsgebäude, das Mitte der Neunzigerjahre gebaut wurde.

«Im Finanzplan ist für das Bauvorhaben ein Objektkredit von vier Millionen Franken eingestellt», schreibt die Kantonsregierung gestern in einer Mitteilung. Und bereits im Budget 2015 steht dem Vorhaben ein Planungskredit von 400 000 Franken zur Verfügung. Wenn der Grosse Rat dieses Ende Jahr gutheisst, kann ein Architekturwettbewerb beginnen. «Bis dahin heisst es noch Gewehr bei Fuss», sagt Daniel Engeli.

Kanton baut mit Minergie P

Die einfachen Gebäude entsprechen nicht mehr den heutigen Standards und Ausbildungsbedürfnissen, fasst der Thurgauer Regierungsrat in seiner Mitteilung zusammen. Deshalb genehmigt er die Prüfung, wie dieser Teil des kantonalen Ausbildungs- und Kompetenzzentrums neu gestaltet werden soll. Ausserdem setzt er eine Planungskommission ein. «Ein wichtiger Punkt ist auch die Energieeffizienz», sagt Daniel Engeli. Und diese lasse in den alten Bauten zu wünschen übrig. Die Vorgabe an das künftige Projekt ist klar: Minergie P. Das künftige Gebäudevolumen soll sich in ähnlicher Grösse wie die bestehenden Bauten bewegen. Ob aber aus den drei Häusern ein einziger Bau entsteht, wird der Architekturwettbewerb erst noch zeigen.

Einweihung im 2017 geplant

Das benachbarte Schützenhaus ist von den Bauvorhaben nicht betroffen. Um ins Schwarze zu treffen, überschiessen die Schützen auch in Zukunft den als Parkplatz genutzten Teil des Zivilschutz-Geländes; daran wird sich nichts ändern. Ebenfalls unberührt bleiben die Schrebergärten auf der anderen Seite der Anlagen.

Die drei Pavillons, denen der Abriss droht, sind hauptsächlich aus Holz gebaut. Regelmässig finden darin Kurse des Zivilschutzes, Orientierungstage künftiger Dienstpflichtiger und Ausbildungen von Angehörigen der Polizei und der Feuerwehr statt. Auch «nicht mehr zeitgemässe» sanitäre Anlagen mit Duschen, wie Engeli erklärt, oder etwa eine Kantine, sind in den Gebäuden untergebracht. Ausserdem befindet sich in diesen Pavillons die Kommandozentrale des kantonalen Führungsstabs. Im Katastrophenfall treffen die Kadermitglieder vom Bevölkerungsschutz und den Behörden hier ihre Entscheide.

Bewilligt der Grosse Rat mit dem Budget 2015 den Planungskredit, bedeutet das grünes Licht für die Projektierung. Ein Architekturwettbewerb soll dann im März ausgewertet werden. Der Zeitplan sieht die Einweihung für das Jahr 2017 vor.

Daniel Engeli Stellv. Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee (Bild: Reto Martin)

Daniel Engeli Stellv. Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee (Bild: Reto Martin)