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Reka in Kreuzlingen: Ein Dorf in der Stadt

In Kreuzlingen soll für rund 25 Millionen Franken ein Reka-Feriendorf mit rund 50 Wohnungen erstellt werden. Das erste im Thurgau. Die Stadt Kreuzlingen und der Kanton sprechen von einem Glücksfall.
Sebastian Keller
Auf dem geplanten Baufeld für das Reka-Feriendorf: Ernst Zülle, Fabian Munz, Andreas Netzle und Roger Seifritz. (Bilder: Thi My Lien Nguyen)

Auf dem geplanten Baufeld für das Reka-Feriendorf: Ernst Zülle, Fabian Munz, Andreas Netzle und Roger Seifritz. (Bilder: Thi My Lien Nguyen)

Der gestrige Tag gebärdete sich, wie wenn er für eine Postkarte posieren wollte. Sonnig, heiss, bestes Bodenseebadewetter. Ein Tag wie gemacht für Ferien.

Um Ferien ging es auch an der Pressekonferenz in Kreuzlingen. In der Stadt am Bodensee soll das erste Reka-Feriendorf im Thurgau gebaut werden. Neben jenem im Urnäsch wäre es das zweite in der Ostschweiz. «Für uns ist es ein Glücksfall», frohlockte Stadtpräsident Andreas Netzle. Der Standort für das künftige «Reka-Feriendorf Thurgau-Bodensee» soll auf einem Baufeld entstehen, das für eine touristische Nutzung eingezont ist. Neben der Badi Hörnli, zwischen der Bahnlinie Kreuzlingen–Romanshorn und dem Bodensee. Derzeit gedeiht auf dem Feld Getreide – in Zukunft soll es den Tourismus im Thurgau zum Gedeihen bringen.

Bis zu 50'000 zusätzliche Übernachtungen

Das Projekt entsteht in einer Public-private-Partnership. Das heisst, dass die öffentliche Hand, in diesem Fall der Kanton Thurgau und die Stadt Kreuzlingen, sowie Private, in diesem Fall die UMB AG und die Genossenschaft Reka, zusammenarbeiten. Reka-Direktor Roger Seifritz war aus Bern angereist, um das Projekt vorzustellen. Reka betreibt in der Schweiz bereits zwölf Feriendörfer mit rund 1200 Wohnungen. Ein Dorf mit Anstoss an einen Flachlandsee fehle noch auf der Reka-Landkarte.

In Kreuzlingen sollen rund 50 Ferienwohnungen mit bis zu 300 Betten gebaut werden. «In der Anfangsphase rechnen wir mit 35'000 Übernachtungen pro Jahr», sagte Seifritz. Später dürften es bis zu 50'000 sein. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 zählt der ganze Kanton 418'000 Übernachtungen.

«Wir wollen vor allem bezahlbare Ferien für Familien anbieten»

sagte Seifritz. Das ist die Daseinsberechtigung von Reka. Seine Gäste kennt die Genossenschaft gut, wie ein Wirt seine Stammgäste. Sie seien sehr aktiv, in der Regel Selbstversorger, essen aber auch zwei bis dreimal pro Woche abends auswärts, mittags sogar meistens. Davon dürften die Restaurants der Region profitieren. «Wir bauen kein Restaurant», sagte Seifritz.

«Ein neuer Leuchtturm im Thurgau»

Die neue Ferienanlage soll rund zwölf neue Vollzeitstellen schaffen und bis zu 40 Personen Arbeit bieten. Regierungsrat Walter Schönholzer sprach nicht nur wegen der neuen Arbeitsplätze von einem Freudentag. «Mit dem Reka-Feriendorf entsteht ein neuer Leuchtturm im Thurgau.» Ein solcher suchte man bislang im Kanton vergebens. «Die Landschaft haben wir, was noch fehlt, ist die Infrastruktur.» Nach jahrelangen Verhandlungen könne nun Kreuzlingen profitieren, aber auch der Kanton und die ganze Ostschweiz.

Der Volkswirtschaftsdirektor verhehlte nicht, dass Reka auch mit anderen Kantonen verhandelt habe. «Mit dem Entscheid für den Thurgau erhoffen wir uns einen Schneeball­effekt für weitere Hotels im Kanton.» Daniel Wessner, Chef des Thurgauer Amtes für Wirtschaft und Arbeit, ergänzte: «Wir sind überzeugt, dass Reka eine hervorragende Wertschöpfung in den Thurgau bringt.» Es werde ein Multiplikationseffekt für touristische Angebote geben.

Privates Unternehmen baut die Anlage

Das neue Feriendorf kann nur realisiert werden, weil die Eigentümerin des Baulandes, die UMB Untere Mühle Bottighofen AG, im Boot ist. Das Unternehmen, das jahrhundertelang Getreide gemahlen hat, entwickelt Wohn- und Arbeitsraum. Fabian Munz führt das Unternehmen in fünfter Generation: «Wir wollen auf dem Gelände eine harmonische Schnittstelle zwischen Mensch und Natur schaffen», sagte er.

Vorgesehen ist, dass die UMB die Gebäude bis zum Rohbau erstellt, danach mietet es die Genossenschaft Reka und stellt die Gebäude bis zum letzten Pinselstrich fertig. Geschätzte Kosten für den Bau: 20 Millionen Franken. Rund fünf weitere Millionen werden schätzungsweise für die Erschliessung mit Strom und Wasser sowie die Möblierung der Häuser benötigt. Finanziert werden soll die Anlage mit dem Eigenkapital des Unternehmens, aber auch mit Bankkrediten und einem zinslosen Darlehen von Bund und Kanton Thurgau im Umfang von je 3,5 Millionen Franken.

Ernst Zülle, Baustadtrat, erläuterte, dass flache und längliche Gebäude geplant seien. «Damit den Anwohnern die Sicht auf den See nicht verbaut wird.» In der Zone wären aber auch höhere Bauten zulässig. Auch wenn noch nicht definiert ist, was gebaut wird, sagte Zülle: «Es gibt keine hohen Betonbauten.»

Zeit will man keine verlieren. «Im besten Fall ist die Anlage bis im Jahr 2022 gebaut», sagte Stadtpräsident Netzle. Dann gibt es wohl eine Postkarte vom Reka-Feriendorf Thurgau-Bodensee. Bei bestem Bodenseebadewetter.

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