Kanton bietet Unwetterhilfe

FRAUENFELD. Der Kanton Thurgau schätzt die Schäden vom Unwetter von Mitte Juni mittlerweile auf 20 Millionen Franken. Nun geht es darum, alle Schäden zu dokumentieren. Dafür hat er eine Koordinationsstelle eingerichtet.

Michèle Vaterlaus
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Das Unwetter vom 15. Juni hat vor allem in Kradolf-Schönenberg erhebliche Schäden verursacht. (Bild: Mario Testa)

Das Unwetter vom 15. Juni hat vor allem in Kradolf-Schönenberg erhebliche Schäden verursacht. (Bild: Mario Testa)

Bäche schwollen zu Strömen an, Hänge rutschten ab, und ganze Strassen waren unterspült: Das Unwetter von Mitte Juni hat Spuren hinterlassen. Noch Tage danach waren Strassen gesperrt. Der Kanton Thurgau rechnete damals noch mit einer Schadenssumme von über 10 Millionen Franken. Mittlerweile hat er diese Schätzung nach oben korrigiert, denn weitreichendere Schäden sind zum Vorschein gekommen. «Wir gehen heute von 20 Millionen Franken aus», sagt Marco Baumann, der beim Departement für Umwelt des Kantons Thurgau die Abteilung Wasserwirtschaft und Wasserbau leitet.

Um das Ausmass der Schäden tatsächlich abschätzen zu können, hat der Kanton eine Koordinationsstelle eingerichtet, mit der er die Gemeinden unterstützen will. «Die Koordinationsstelle soll in einem ersten Schritt alle Schäden dokumentieren», sagt Baumann. Alle Schäden erfassen meint: die Schäden an Strassen, Fluren, Wäldern oder auch Gebäuden. «Ziel ist es, dass wir möglichst rasch eine umfassende Übersicht haben.»

Kosten können weiter steigen

In einem zweiten Schritt soll dann – etwa nach drei Monaten – ein Fazit gezogen werden. «Dann kann es sein, dass die Summe höher wird oder auch wieder sinkt. Wie gesagt, es handelt sich um eine Schätzung», erklärt Baumann. In der Schadenssumme von 20 Millionen Franken nicht inbegriffen sind nämlich auch Kosten für Folgeprojekte. «Aufgrund der Schäden müssen wir überprüfen, wo beispielsweise ein Retensionsbecken oder ein Damm erstellt werden muss. Wo das nötig ist und was das kostet, können wir erst nach der Analyse sagen», erklärt Baumann. Im Rahmen der Analyse soll auch definiert werden, wer schliesslich diese Kosten trägt: Bund, Kanton, Gemeinden, Versicherungen oder Private. «Allenfalls unterstützt die öffentliche Hand betroffene Privatpersonen.»

Gefahrenkarten überprüfen

Im Rahmen der Schadenanalyse will der Kanton auch die Gefahrenkarten überprüfen. Jede Thurgauer Gemeinde hat seit 2013 eine solche, in der von Hochwasser und Rutschungen gefährdete Gebiete markiert sind. In Kradolf-Schönenberg wurde aber im Juni ein Gebiet überflutet, das eigentlich in einer gefahrlosen Zone liegt. «Wir müssen prüfen, ob alles richtig erfasst ist», sagt Baumann.

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Marco Baumann Abteilungsleiter Wasserwirtschaft und Wasserbau (Bild: pd)

Marco Baumann Abteilungsleiter Wasserwirtschaft und Wasserbau (Bild: pd)

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