Kanton bekommt die Note 4,9

Den Mitarbeitern der kantonalen Verwaltung gefällt es bei ihrem Arbeitgeber. Der Kanton Thurgau hat im letzten Herbst zum drittenmal eine Personalbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse sind besser als bei den Befragungen zuvor.

Michèle Vaterlaus
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Othmar Kuster (Projektleiter), Sabina Renggli (von der Belares AG), Regierungsratspäsident Jakob Stark und Linus Lüthold (Chef des Personalamtes) präsentieren die Ergebnisse der Personalbefragung. (Bild: Andrea Stalder)

Othmar Kuster (Projektleiter), Sabina Renggli (von der Belares AG), Regierungsratspäsident Jakob Stark und Linus Lüthold (Chef des Personalamtes) präsentieren die Ergebnisse der Personalbefragung. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. «Ein guter Arbeitgeber ist noch besser geworden», sagte Regierungspräsident Jakob Stark gestern. Der Kanton Thurgau präsentierte die Ergebnisse der dritten Personalbefragung. 81 Prozent der Mitarbeiter, also 2711 Personen, haben an der Umfrage teilgenommen und 119 Fragen beantwortet. Damit haben sie den Kanton Thurgau als Arbeitgeber auf einer Skala von 1 bis 6 mit einer Note von 4,9 bewertet. «Ich muss zugeben, das macht mich stolz», sagt Jakob Stark. Die Mitarbeiter bewerten ihre Arbeit als sinnvoll, sie fühlen sich unbelastet und fair behandelt. Am schlechtesten bewertet wurden die Rahmenbedingungen der Arbeit, der Lohn und die Sozialleistungen.

Alle Noten sind genügend

Bereits in den Jahren 2007 und 2011 hat der Thurgau eine Personalbefragung durchgeführt. Auch damals waren die Rücklaufquoten hoch (79 beziehungsweise 80 Prozent) und auch damals erzielte der Kanton eine Note von jeweils 4,8 in der Gesamtwertung. Doch 2015 erreichte der Kanton nochmals bessere Resultate. Erfragt wurden unter anderem Themen wie die allgemeine Zufriedenheit bei der Arbeit, ob sie sich fair behandelt fühlen, ob die Work-Live-Balance stimmt und wie das Arbeitsklima ist.

Besonders gut abgeschnitten hat der Kanton bei der Fairness. «Dieser Wert ist mit 5,4 sehr, sehr hoch», sagte Sabina Renggli von der Firma Belares, welche die Umfrage jeweils durchführt. In diese Kategorie gehören Themen wie Chancengleichheit von Mann und Frau in der Arbeitswelt. Man lege keinen besonderen Wert auf die Frauenförderung, sagte Stark. Es gehe vielmehr im allgemeinen um die Entwicklungsmöglichkeiten, die man den Mitarbeitern bieten wolle. Dennoch: Bei einem Frauenanteil von 45 Prozent als Kantonsangestellte seien immerhin 33 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt.

Eine ungenügende Note hat der Kanton als Arbeitgeber nirgends bekommen. Mit einer Note von 4,5 wurden die Rahmenbedingungen der Arbeit, der Lohn und die Sozialleistungen schlechter bewertet als in den beiden Befragungen zuvor. Das sei darauf zurückzuführen, dass es bei der Pensionskasse negative Veränderungen für die Mitarbeiter gegeben habe, erklärte Stark. Im Zuge von Sanierungsmassnahmen hat der Kanton 2014 und 2015 insgesamt 28 Millionen Franken in die Pensionskasse eingeschossen. Die Versicherten leisteten in dieser Zeit einen Sonderbeitrag von 22 Millionen Franken, indem ihr einbezahltes Kapital tiefer verzinst wurde. Am stärksten belastet sind die Mitarbeiter des Kantons durch den Zeitdruck.

Im Vergleich zu den Vorjahren habe man vor allem eine Verbesserung bei der Führung erreicht. «Wir haben viel in die Kommunikation und ins Coaching von Führungskräften investiert», sagte Linus Lüthold, Chef des Personalamtes. Aber man habe auch Mitarbeitervergünstigungen wie beispielsweise ein Ostwind-Firmenabo und mehr Ferien gewährt.

Zukunft noch offen

Nach dieser Umfrage, die im Herbst 2015 durchgeführt wurde, werde man nun wieder mit den Departementchefs und den Amtschefs die Ergebnisse anschauen und falls nötig daraus Massnahmen ableiten. Ob es in vier Jahren eine erneute Mitarbeiterbefragung gibt, ist aber noch offen.

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