Kanton baut Angebot aus

Für medizinische Leistungen alter, kranker Menschen werden Leistungsaufträge vergeben.

Merken
Drucken
Teilen

Für die Versorgungsplanung 2016 in der geriatrischen Rehabilitation werden im Kanton Thurgau maximal vier innerkantonale Leistungsaufträge vergeben. Das Departement für Finanzen und Soziales wird die Ausschreibung der Leistungsaufträge vornehmen und die Leistungserbringer auswählen, teilt der Regierungsrat mit. Damit werde der im Geriatrie- und Demenzkonzept aufgezeigte Ausbau der Leistungsaufträge in geriatrischer Rehabilitation konkretisiert.

Als Leistungsgruppe der Spitalliste geführt

Im März genehmigte der Regierungsrat das Geriatrie- und Demenzkonzept Kanton Thurgau. Darin wird die Geriatrie als Fachgebiet umschrieben, das sich mit den physischen, psychischen, funktionalen und sozialen Aspekten der medizinischen Betreuung älterer Menschen befasst. Hauptziel der geriatrischen Behandlung ist es, eine physisch und psychisch stabile Situation zu erreichen und damit die Lebensqualität und Autonomie zu verbessern. Dies in einem Umfeld, wo eine rasch grösser werdende Gruppe älterer Menschen eine hohe Verletzlichkeit aufweist und an mehreren chronischen Krankheiten leidet. Aus diesen Gründen soll die geriatrische Rehabilitation als Leistungsgruppe der Spitalliste geführt werden.

Keine Leistungsaufträge ausserhalb des Kantons

Aufgrund der Berechnung von Fallzahlen in der geriatrischen Rehabilitation werden maximal vier innerkantonale Leistungsaufträge vergeben. Es seien keine Leistungsaufträge ausserhalb des Kantons vorgesehen, da die Zahl ausserkantonal versorgter geriatrischer Patientinnen und Patienten zu gering sei. Da die geriatrischen Patienten bereits heute Rehabilitation beanspruchen, sei bei der Vergabe der Aufträge in Rehabilitation nicht von einer Mengenausweitung, sondern von einer Verschiebung in die spezifisch geriatrischen Behandlungen und Therapien auszugehen. Um dennoch Mengenausweitungen zu vermeiden, werden Leistungsaufträge ausschliesslich an Kliniken erteilt, die bereits Listenspitäler mit Zulassung zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung seien. Zudem würden alle Leistungsaufträge lediglich befristet erteilt. (red.)