Kandidatur in letzter Sekunde

MÜNCHWILEN. Thomas Wyser ist bei den Münchwiler Schulbehördenwahlen vom 3. März der einzige Bewerber für das Präsidium. Er meldete sich wenige Stunden vor Ablauf der Eingabefrist. Ein Grund ist die Erhöhung des Pensums auf 75 Prozent.

Simon Dudle
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In neuem Umfeld: Schulpräsidiumskandidat Thomas Wyser unterhält sich bei der Primarschule Oberhofen mit einer Schülerin. (Bild: Simon Dudle)

In neuem Umfeld: Schulpräsidiumskandidat Thomas Wyser unterhält sich bei der Primarschule Oberhofen mit einer Schülerin. (Bild: Simon Dudle)

Trotz grossem Aufwand deutete lange viel darauf hin, dass bei den Schulbehördenwahlen von Münchwilen kein offizieller Präsidiumskandidat auf der Liste steht. Am 7. Januar endete die Eingabefrist. Noch am Abend davor startete Amtsinhaberin Gabriela Frei Aggeler an der Neujahrsbegrüssung der Politischen Gemeinde einen Hilferuf, dass man noch immer auf der Suche sei. Schon zuvor hatte die Interpartei erfolglos diverse Personen angefragt.

Präsidium wird attraktiver

Beim Neujahrsapéro war auch Thomas Wyser zugegen. Er erfuhr dabei etwas für ihn gänzlich Neues. Kurz zuvor war beschlossen worden, das Pensum des Schulpräsidenten von 50 auf 75 Prozent zu erhöhen. Dies war das Resultat von Überlegungen der Behörde, um das Präsidentenamt attraktiver zu machen. Als eine Möglichkeit wurde die Verlagerung von Kommissionen von der Behörde auf den Präsidenten ins Auge gefasst und umgesetzt.

Für Wyser hatte sich damit die Situation grundlegend geändert. Wird er am 3. März gewählt, gibt er seine Anstellung als Bankfachmann und seinen jetzigen Arbeitsort Zürich vollständig auf und wird sich hauptberuflich um die Volksschulgemeinde Münchwilen kümmern.

Seit 20 Jahren in Münchwilen

Die Reaktionen auf Wysers Kandidatur waren durchwegs positiv. Konfrontiert wurde er allerdings mit der Frage, ob er sich bewusst erst in letzter Sekunde gemeldet habe, um sicher einziger Kandidat zu sein. «Das ist nicht so. Da ich von der Interpartei nicht kontaktiert worden bin, ging ich lange davon aus, dass sie jemanden in der Hinterhand haben», erklärt Wyser.

Wurzeln im Thurgau

Der einzige Kandidat für das Präsidium würde im Falle einer Wahl erstmals direkt mit der Münchwiler Schule in Kontakt treten. Er ist im Jahr 1993 aus Adliswil nach Münchwilen gezogen, die Wurzeln hat er aber im Kanton Thurgau, in Horn. Zwischenzeitlich arbeitete er in Wil und half mit, die Swissregiobank (heute Acrevis) in der Äbtestadt zu etablieren. Der verheiratete Vater der beiden Söhne Joel (17jährig) und Pascal (20) bezeichnet es als Vorteil, dass die eigenen Kinder nicht mehr in Münchwilen zur Schule gehen. «Somit entstehen keine Interessenkonflikte», sagt Wyser, der in seiner Freizeit gerne Ski und Velo fährt, Golf spielt, im Gemischten Chor Münchwilen singt. Er gehört keiner Partei an.

Amtsantritt am Geburtstag

Die allfällige Wahl zum Schulpräsidenten käme aus seiner Sicht «genau zum richtigen Zeitpunkt». Am 1. August, dem Tag des Amtsantritts, feiert Wyser seinen 50. Geburtstag und stuft dies als günstigen Moment ein für eine berufliche Veränderung. Und was würde er als erstes ändern? «Aus meiner Sicht muss man den Hebel nirgends allzu dringend ansetzen. Die Schule geniesst einen guten Ruf, hat kompetente Schulleiter und ist gut organisiert. Es wird für mich in erster Linie darum gehen, die strategische Ausrichtung voranzutreiben.»

Freis Rücktritt nach acht Jahren

Wird Thomas Wyser am 3. März gewählt, tritt er in grosse Fussstapfen. Gabriela Frei Aggeler präsidierte die Volksschulgemeinde Münchwilen während acht Jahren stets tadellos. Sie ist zudem noch bis am 30. Mai Präsidentin des Verbandes Thurgauer Schulgemeinden. «Ich kann mir gut vorstellen, dass die Erwartungshaltung gross ist, sehe das aber durchaus positiv. Gabriela Frei Aggeler hat mir ihre volle Unterstützung bei der Einarbeitungs- und Übergangsphase zugesprochen», sagt Wyser dazu. Die Noch-Präsidentin ergänzt: «Ich bin überzeugt, dass Thomas Wyser kompetent ist und sich die Sache gut überlegt hat.»