Kampf gegen Thurtalstrasse geht weiter

Die Bodensee-Thurtalstrasse (BTS), früher T14, bleibt umstritten. Bei den Gegnern vom Verein Pro Aachtal-Thurtal bringt man auch der geänderten Planung des Kantons wenig Sympathien entgegen.

Merken
Drucken
Teilen

Oberaach. Anlässlich der Jahresversammlung liessen sich die Vereinsmitglieder am Mittwoch von Pro-Natura-Präsident Toni Kappeler und dem alt Kantonsrat der Grünen, Ernst Ritzi, über den Stand der BTS-Planung informieren. Sie verwiesen darauf, dass das Departement für Bau und Umwelt (DBU) nach der Ablehnung der T14 in der Volksabstimmung 2005 die Planung angepasst habe. So sei die Strasse über grössere Strecken neu parallel zur Bahnlinie geplant.

Zwei Strassen nebeneinander

Kappeler fand aber, auch diese Linienführung sei abzulehnen: Durch sie entstünde mit wenigen hundert Metern Abstand neben der heutigen Thurtalstrasse eine neue. Sie solle zudem zwar nur zweispurig werden, aber mit 100 km/h befahrbar sein. Diese Strassenart habe sich bereits im St. Galler Rheintal und im Zürcher Weinland als hochgefährlich herausgestellt. Ritzi und Kappeler verwiesen auch auf die Kosten von 600 bis 800 Mio. Franken für den Bau der neuen BTS.

Übernehme der Bund die BTS nicht ins Nationalstrassennetz, dann müsste sie vom Kanton berappt werden. Dies sei aber wohl nur mit Geld aus allgemeinen Steuermitteln möglich.

Baukasten mit vielen Klötzli

Trotzdem hätten TCS, WWF und Pro Natura gemeinsam einen Alternativvorschlag ausgearbeitet. Dieser geht von einer kreuzungsfreien, schmaleren Strasse aus, die mit Tempo 80 zu befahren wäre. Sie soll von einer Spur für den Langsamverkehr flankiert werden. Zudem verzichtet sie auf lange Neubaustrecken und verläuft mehrheitlich auf dem bestehenden Trassee.

Der Ottenberg-Tunnel entfällt. Vorgesehen sind Ortsumfahrungen und -entlastungen beispielsweise in Weinfelden, Bürglen und Amriswil. Der grosse Vorteil dieses Projektes sei, dass es «ein Baukasten ist, bei dem wir zwar mal alle Klötzli hinlegen, aber nicht glauben, dass alle gebaut werden», sagte Kappeler. (ls)