Kampf gegen den 22-Meter-Mast

Unmittelbar neben dem Bahnhof Bettwiesen soll ein Mast mit zwei Antennen für das Funknetz der SBB gebaut werden. Gegen diese Pläne sind während der Auflage 19 Einsprachen eingegangen. Eine davon stammt vom Gemeinderat.

Simon Dudle
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Der Antennenmast beim Bahnhof Bettwiesen würde die umliegenden Gebäude und auch die Fahrleitungen um einige Meter überragen. (Bild: Mario Testa)

Der Antennenmast beim Bahnhof Bettwiesen würde die umliegenden Gebäude und auch die Fahrleitungen um einige Meter überragen. (Bild: Mario Testa)

BETTWIESEN. Die SBB setzen auf GSM-R, das internationale Bahn-Funksystem (siehe Kasten). Auf den Schweizer Hauptstrecken ist GSM-R schon eingeführt, einige Nebenstrecken sollen dazukommen. Eine davon ist die Thurbo-Strecke von Wil nach Weinfelden und dann weiter bis nach Kreuzlingen. Damit das Funksystem betrieben werden kann, müssen mehrere Antennen entlang der Strecke errichtet werden.

Bessere Standorte

Einiges an Diskussions-Potenzial bringt die geplante Anlage in Bettwiesen mit sich, da diese unmittelbar neben dem Bahnhof mitten in einem Mehrfamilienhausquartier errichtet werden soll. Auf einem 22 Meter hohen Mast sollen zwei GSM-R-Antennen installiert werden, wobei die eine Richtung Tobel-Affeltrangen, die andere Richtung Wil strahlt.

Gegen diese Pläne gibt es nun aber Widerstand, und während der einmonatigen Planauflage, die am Montagabend endete, sind in Bettwiesen 19 Einsprachen eingegangen, wie Andreas Windlinger vom Bundesamt für Verkehr auf Anfrage sagt. Auch die Politische Gemeinde Bettwiesen wehrt sich mit einer Einsprache gegen den hohen Mast. «Es gibt viel günstigere Standorte für diese Antenne als mitten in einem Wohnquartier», sagt Gemeindeammann Clemens Dahinden. Die Verantwortlichen der Gemeinde könnten sich vorstellen, die Anlage beim Tanklager Tägerschen, ebenfalls auf Land der SBB, zu errichten, da der Mast etwa gleich hoch wäre wie das Tanklager selber. Auch am nördlichen Ende des AMP Bronschhofen wäre laut Dahinden ein geeigneter Standort.

«Das ist der Gipfel»

Als weiterer Kritikpunkt nennt der Gemeindeammann das Ortsbild, da unmittelbar neben dem geplanten Antennen-Standort ein geschütztes Gebäude steht. «Das passt überhaupt nicht zusammen», sagt Dahinden. Der Ärger ist auch darum gross, weil die Antenne auf Höhe der Balkone zu liegen käme, da das Land an jener Stelle ansteigend ist. Der Gemeindeammann zeigt sich zudem enttäuscht vom Vorgehen der SBB. Zwar sei die Gemeinde frühzeitig über die Planungen informiert worden, die SBB seien aber nicht auf die Alternativvorschläge bezüglich Standort eingegangen. «Uns wurde früh mitgeteilt, dass wir dann die Möglichkeit hätten, den Rechtsweg zu beschreiten. Das ist der Gipfel», sagt Dahinden. «Wir werden unser Anliegen vehement vertreten. Ich gehe aber nicht davon aus, dass das Bundesamt für Verkehr einfach über die Gemeinde hinweg entscheidet.»

SBB prüfen Alternativen

Diese Vorwürfe lässt man bei den SBB nicht auf sich sitzen: «Die Vorbehalte hinsichtlich des Standortes konnten anlässlich einer Gemeinde-Information vorgebracht werden. Unsere Vertreter haben diese aufgenommen», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann. Zum weiteren Vorgehen sagt er: «Die SBB müssen nun gegenüber dem Bundesamt für Verkehr auf die einzelnen Einsprachen eingehen, dazu Stellung beziehen und Alternativvorschläge prüfen.»