Kalkulierbares Risiko bringt Erfolg

AADORF. Am zweiten W-S-P-Anlass in Aadorf sprachen Unternehmer und ehemalige Spitzensportler über ihren Umgang mit Risiken im Leben. Das Podium wurde von Mitgliedern des Volleyballclubs Aadorf organisiert und lockte rund 140 Gäste in den Gemeindesaal.

Mario Testa
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Risikomanagement in Sport und Wirtschaft: Über dieses Thema debattierten Pascal Zuberbühler, Christian Neuweiler, Sarah Meier, Moderatorin Claudia Lässer, Stefan Schmidlin und Markus Fuchs. (Bild: Mario Testa)

Risikomanagement in Sport und Wirtschaft: Über dieses Thema debattierten Pascal Zuberbühler, Christian Neuweiler, Sarah Meier, Moderatorin Claudia Lässer, Stefan Schmidlin und Markus Fuchs. (Bild: Mario Testa)

Das grosse Interesse am W-S-P-Anlass zeigte sich am frühen Donnerstagabend schon im Eingangsbereich des Gemeindezentrums in Aadorf. Beim Apéro standen die Gäste dicht gedrängt, mit Häppchen und Cüpli versorgt an den Tischen im Foyer, bevor es zur Gesprächsrunde in den Saal ging. Diese handelte vom Thema «Risiko» und wurde von Moderatorin Claudia Lässer geleitet.

Stefan Schmidlin erklärte, er hätte rückblickend ein relativ risikoarmes Leben führen können. «Alle dachten, ich steige ins Geschäft meiner Eltern mit ein – sitze sozusagen ins gemachte Nest», erzählte der Kunstbildhauer und ehemalige Komödiant den Gästen im schummrig bläulichen Licht der Bühne im Gemeindesaal. «Ich wollte aber nicht und bin das Risiko eingegangen, mein Leben als Bildhauer zu bestreiten. Für mich war damals schon klar, ich gewinne dank diesem Entscheid, auch wenn ich scheitern sollte. Einfach weil ich so mein Leben in die eigene Hand nehme und meine Leidenschaft auslebe.»

No risk – no fun. Ganz nach diesem Motto hat auch Pascal Zuberbühler seine Entscheide im Leben getroffen. «Als Goalie steht man schliesslich immer alleine da, ist dem Risiko ausgesetzt, den spielentscheidenden Fehler zu machen – aber ich brauchte diesen Kick. Oft wird dieses Risiko auch damit belohnt, dass man als Matchwinner vom Platz geht.» Zuberbühler erzählte auch, dass seine Eltern von ihm eine abgeschlossene Lehre verlangt hatten, bevor er sich ganz auf den Fussball konzentrieren durfte. «Ich bin ihnen dafür dankbar, das gab mir eine gewisse Sicherheit. Aber ich könnte jetzt nicht mehr zurück und als Sanitär-Spengler WCs und Heizungen installieren.»

«Hätte mich blamieren können»

Auch die jüngste der Gäste in der Gesprächsrunde, die Eiskunstläuferin Sarah Meier, nahm grosse Risiken in Kauf in ihrem Leben. «Als Kind war ich ziemlich wild, habe mir viele Schrammen eingefangen, damals nahm ich Risiken in Kauf, ohne mich zu hinterfragen. Das änderte sich mit zunehmendem Alter. Auch für die Eiskunstlauf-Karriere musste ich Risiken eingehen, war mir ihrer aber bewusst», sagte Meier.

«Am meisten Risiko ging ich ein, als ich mich dazu entschieden hatte, nach langer Absenz an der Europameisterschaft 2011 anzutreten. Ich hätte mich total blamieren können. Aber das grosse Risiko brachte auch ganz grossen Erfolg. Mit dem Europameisterschafts-Titel in der Tasche konnte ich meine Karriere auf dem Höhepunkt beenden und alle Kritiker Lügen strafen», erzählte Meier mit einem Strahlen im Gesicht.

Im Sport und in der Wirtschaft

Mit Christian Neuweiler, dem Geschäftsführer der gleichnamigen Kreuzlinger Stahlbaufirma, hatten die Organisatoren auch einen Mann aus der Wirtschaft zur Gesprächsrunde eingeladen – nebst André Dosé, welcher aber kurzfristig absagen musste. «Im Unternehmen ist man Dauerrisiken ausgesetzt. Gibt es genug Arbeit? Stimmen die Zahlen? Bleiben die guten Leute in der Firma? All diese Fragen kreisen ständig im Kopf herum», sagte Neuweiler. «Als Ingenieur will ich aber weiterkommen und auch Neues schaffen mit meinem Unternehmen. Viele Risiken sind damit verbunden. Aber da gebe ich Pascal Zuberbühler absolut recht, wer Risiken eingeht, hat auch die Chance, grosse Erfolge zu feiern.» Es zeigte sich auch in den Aussagen von Springreiter Markus Fuchs und Beachvolleyballer Sasha Heyer, dass man Risiken eingehen muss, um Grosses zu erreichen. Die einen nehmen ein kalkulierbares Risiko, andere volles – aber ohne bleibt der Erfolg aus.

Nach zwei kurzweiligen Stunden Podiumsdiskussion spazierten die Gäste ins Festzelt, wo sie mit den Podiumsteilnehmern beim Stehdinner persönliche Kontakte knüpfen konnten.

«Gute Ambiance ist wichtig»

Organisatorin Cornelia Hasler betonte, wie wichtig ihr ein gutes Ambiente am W-S-P-Anlass ist. «Wirtschaftsanlässe gibt es viele. Wir wollen uns dadurch abheben, dass wir den Gästen auch kulinarisch und kulturell etwas bieten. Ich denke, das ist uns auch dieses Jahr gelungen.» Der Erlös der Veranstaltung in der Höhe von 5000 Franken geht an die Sporthilfe.