KALCHRAIN: Fuchs und Hase auf der Spur

Schülerinnen und Schüler lernen von Profis. Am Ferienpass-Anlass «Wild und Natur» entdecken sie die Vielschichtigkeit von Wald und Jagd.

Margrith Pfister-Kübler
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Anfassen und Riechen von Nadelhölzern. Die Kinder folgen den Erklärungen von Förster Röbi Schönholzer. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Anfassen und Riechen von Nadelhölzern. Die Kinder folgen den Erklärungen von Förster Röbi Schönholzer. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Margrith Pfister-Kübler

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

«Jeder darf heute noch mit einem Jäger auf einen Hochsitz», sagte Claus Ullmann zur Freude der Kinder. Der Jäger und Gemeindepräsident von Eschenz begrüsste die 13 Mädchen und Buben beim Forsthof Kalchrain. Sie hatten sich auf Einladung der Jagdgesellschaft Eschenz-Hüttwilen versammelt. Die Gesellschaft bot im Rahmen des «Ferien-Spass» Region Stein am Rhein einen Anlass zum Thema «Wild und Natur».

Die Reaktionen der Kinder lassen keinen Zweifel offen: Alle wollten schon immer mal auf einen Hochsitz. Der Anlass am Donnerstagabend war für sie eine ideale Gelegenheit zum Kennenlernen des Waldes, der Hege und Pflege des Wildes von der Arbeit der Jagdhunde bis zum Jagdhornblasen. Ausgangspunkt für den Parcours in die Nacht war der Forstbetrieb Seerücken-Rhein in Kalchrain.

Hallimasche machen die Saftbahnen kaputt

Und schon ging es los mit der Erkundung des Waldes mit Förster Röbi Schönholzer. Direkt an «Tatorten» erklärte er das Leben der Borkenkäfer, einem berüchtigten Schädling. Beim Parcours durch den Wald lernten sie auch Baumarten kennen. Sie erfuhren, dass der Pilz Hallimasch die Saftbahnen des Baumes kaputt macht. Sie erlebten, dass Drahtgitter zum Schutz einer Douglasie für einen Rehbock kein Hindernis sind, um am Stamm zu «fegen» und das Revier zu markieren. Förster Schönholzer diskutierte mit den Kindern auf Augenhöhe und sie löcherten ihn mit gescheiten Fragen. «Finger weg von der Tollkirsche», mahnte er. «Bitte ruhig verhalten, denn keine hundert Meter von uns hat es Tiere», forderte Jäger Fredi Himmelberger, und schon ging’s im Wald von Posten zu Posten, wo es Hase, Reh, Dachs und Fuchs et cetera zu entdecken gab.

Hundenase hat zehnmal mehr Geruchszellen

«Spannend wie im Krimi», flüsterte ein Bub, als Jäger Jürg Saxer seinen Jagdhund auf eine künstliche Wildfährte ansetzte. Auf einem Hochsitz erklärte Fredi Himmelberger: «Der Hund hat hunderttausend Geruchszellen, der Mensch nur Zehntausend.» Nach dem Imbiss durften alle – je mit einem Jäger als Begleitung – in der Umgebung auf einen Hochsitz und das Wild beobachten. Das Quiz mit kniffligen Fragen haben alle Kinder mit Bravour bestanden, deshalb mussten die Preise ausgelost werden.