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Käserberuf führte ihn nach Matzingen

Zum Gedenken
Eduard Corrodi

Paul Stucki und ich besuchten die Kanti in Zürich. Paul war mir ein besonders nahestehender Klassenkamerad, den ich sehr geschätzt habe. Er hat den vom englischen Dichter Shakespeare geprägten Spruch «Und über alles bleib mein Sohn Dir selber treu» in seltener Weise erfüllt.

Zusammen mit seinen zwei Schwestern und einem Bruder wuchs er in der Käserei in Hausen am Albis auf. Im Anschluss an den Besuch der obligatorischen Schulen während der Kriegszeit besuchte Paul die Kanti in Zürich. Parallel dazu hatte er einen Lehrvertrag als Käser im elterlichen Betrieb und schloss fast gleichzeitig zum Handelsdiplom die Ausbildung als Käser ab. Es folgte die Zeit der Berufsausübung als Käser und als kaufmännischer Angestellter in der welschen Schweiz und im Tessin. In dieser Zeit erfolgte auch die Ausbildung zum Offizier. Seine Dienstzeit beendete er im Grad eines Majors bei den Versorgungstruppen. Der Käserberuf führte ihn nach Matzingen. Dort legte er 1952 die Käsereimeisterprüfung ab und konnte 1956 die Käserei als Milchkäufer übernehmen. Er hat seinen Beruf als Käser mit Hingabe, Fleiss und grossem Können ausgeübt und damit bei seinen Lieferanten, Landwirten, Kunden und seinen Kollegen eine grosse Wertschätzung erworben. Über seinen Beruf hinaus hat er sich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Dank seines Ansehens, seiner Begabung und der in der Handelsschule erworbenen Kenntnisse, bekleidete er über die Jahre verschiedene Ämter. Begonnen hatte es 1953 mit der Übernahme vom verwaisten Amt des Präsidenten der Primarschule und später der Sekundarschule, das er in der Folge bis 1976 innehatte. Auf Anfrage des Gemeinderates wurde er 1965 als Gemeindeammann gewählt. Dieses Amt versah er mit grosser Umsicht und Einsatz bis 1991. Danach wirkte er als Obmann vom Seniorenclub während weiteren 18 Jahren. Gleichzeitig nahm er den Auftrag für die Gründung einer Genossenschaft für Alterswohnungen entgegen und wirkte im Anschluss als deren Präsident bis 2011. All diese Arbeiten erfüllte er, so wie seine Berufsarbeit, mit vollem Einsatz.

Paul Stucki musste nie einen Wahlkampf bestreiten und war immer ehrenamtlich tätig. «Es war zu dieser Zeit üblich, denn es genügte zu spüren, dass meine Mitbürger meine Arbeit anerkannten», so pflegte er zu sagen. Auch Zusammenkünfte mit der einstigen Klasse der Handelsschule waren ihm ein Anliegen. Er fand dafür immer Zeit, zwischendurch auch mit der Organisation von Anlässen. Zur Auflockerung hat er mit humoristischen Texten für eine gute Stimmung gesorgt. So durften wir seine Umgebung, bis hin zum Ort seiner geliebten Jagdhütte kennenlernen. Seine Naturverbundenheit hat sich in der Wahl seines Hobbys gezeigt. Er war ein begeisterter Jäger. Nicht nur zur Jagdzeit, auch in der Zeit dazwischen hat er den Wald wohl fast täglich mit sehenden Augen zusammen mit seinem Hund bis im letzten Jahr durchstreift.

«Das grösste Glück in meinen Leben», so hat Paul gesagt, «war dasjenige, dass ich meine Frau Rosmarie heiraten durfte. Eine liebe, umsichtige und tüchtige Frau, die mich in all meinen Situationen voll unterstützen konnte. Bei der Erziehung unserer Kinder war sie vorbildlich.» Es war sein stolz, dass alle ohne Mitwirkung der Eltern einen erfolgreichen Weg eingeschlagen haben. «Es war eine schöne Zeit in Matzingen», war seine Aussage. Paul ist nun den Weg gegangen, den wir alle einmal gehen müssen. Er wird uns bis ans Lebensende als ein lieber und wertvoller Freund in Erinnerung bleiben.

Eduard Corrodi

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