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KABARETT: Thomas Götz’ Plan B zur Billag

Wird die No-Billag-Initiative angenommen, hält «Ergötzliches» in Weinfelden eine Alternative bereit. Da ist selbst die unvermeidbare Werbung zugespitzt.
Dieter Langhart
Thomas Götz fragt: «Wohin mit der Cassis-Flasche?» (Bild: Reto Martin)

Thomas Götz fragt: «Wohin mit der Cassis-Flasche?» (Bild: Reto Martin)

Donnerstag ausverkauft, Freitag ausverkauft, Samstag ausverkauft – «Ergötzliches» lässt sich keiner entgehen. Thomas Götz ist der sicherste Wert im Thurgau neben Kantonalbank und Frühfranzösisch. Seit Jahren schon muss der Weinfelder jedes Programm an drei Abenden hintereinander zeigen, nur der Gast wechselt. Vorgestern alt SRF-Bundeshausredaktor Hanspeter Trütsch, heute dessen Chef Rudolf Matter, dazwischen Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter. Im April und September folgen die nächsten Staffeln.

Und jeden Abend spielt Hermann Hess, Ex-Nationalrat und Unternehmer, Frédéric Chopin. «Wer zahlt, befiehlt», sagt Hess. Götz muss den Flügel auf- und zuklappen und einen Kir Royal anbieten. Den Likör verschmäht Hermann Hess – Steilvorlage für den Kabarettisten in seiner Paraderolle als parteiloser Kantonsrat Arnold Schnyder: «Da steht noch der Cassis rum – wohin mit der Flasche?» Als Landwirt Franz Peterli aber steckt er im Dilemma: Die Bauern sind gegen «No Billag», seine Partei ist dafür. Würde die Initiative angenommen, wären er und seine Kühe betroffen – das Radio bliebe stumm.

Tarot-Wetter, MeToo und die Narrenfreiheit

Doch Götz hat einen Plan B in der Hinterhand. Mit Filmer Daniel Felix hat er eine Produktionsfirma gegründet, die in die Lücke springt mit regionalen Reportagen und Unterbrecherwerbung, alles «gut und günstig». Das Publikum kugelt sich vor Lachen, wenn Firmeninhaber ihre Produkte anpreisen oder Götz das Wetter aus Tarotkarten liest.

Götz und Felix zoomen vom Thurgau in die übrige Welt: Vaterschaftsurlaub und Parteienfinanzierung werden mit Esprit und reichlich Seitenhieben abgehandelt. Und wie Götz als Sabine Schnyder die MeToo-Debatte aufgreift, ist Satire vom Feinsten.Im Gespräch mit Trütsch hingegen gibt der Kabarettist die Zügel aus der Hand, fragt nach Hobbys statt nach SRG und Service public. Der St. Galler kennt den Thurgau gut und ruft ihm ins Gewissen: «Baut euren grünen Kanton nicht vollends zu!»

Das letzte Wort hat wie immer der Narr. Im Schellenkostüm reimt Thomas Götz politisch und bitterböse und singt zu Frank Sinatras Melodie das Lied von den «Fremden in der Schweiz». Starker Applaus ist ihm sicher.

«Ergötzliches»: Do–Sa, 19.–21.4./ 20.–22.9., Theaterhaus Thurgau, Weinfelden. goetzthomas.ch

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