JUSTIZ: «Landmann stach schon im Studium aus der Menge heraus»

Valentin Landmann, der Thurgauer Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf und der pensionierte Kreuzlinger Gerichtspräsident Urs Haubensak referierten im Rahmen der FDP-Herbsttagung im Seemuseum. Die Veranstaltung war von 120 Gästen besucht.

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Die Herbsttagung hat bei den Thurgauer Freisinnigen eine über 60-jährige Tradition. Und diese scheint unter der neuen Führung der Aadorferin Maja Lüscher wieder richtig Fahrt aufzunehmen, schreibt die Partei in einer Mitteilung. «Rekordverdächtige 120 Personen konnten Parteipräsident David H. Bon und Alexander Salzmann, Bezirkspräsident der FDP Kreuzlingen, am Samstagabend im Kreuzlinger Seeburgmuseum willkommen heissen.» Strafverteidiger Valentin Landmann, Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf und der ehemalige Gerichtspräsident Urs Haubensak gewährten dem Publikum aus unterschiedlichen Perspektiven Einblick in den Alltag der Strafjustiz.

Haubensak und Landmann waren Studienkollegen

Landmann habe schon im Studium aus der Menge herausgestochen. «Er stellte in den ersten Wochen Fragen, wie wenn er das Studium bereits abgeschlossen hätte», erinnerte sich Urs Haubensak an seinen früheren Studienkollegen. Fragen stellt der gebürtige St. Galler auch heute noch gerne. Vor allem aber müsse ein Strafverteidiger gut zuhören können und ausdauernd sein. «Jeder Fall ist der wichtigste», betonte der prominente Strafverteidiger.

Urs Haubensak sah sich in seiner Tätigkeit vor der Gerichtsverhandlung als Fallmanager, während der Gerichtsverhandlung als Moderator sowie Fragesteller und nach der Gerichtsverhandlung als Entscheider.

Für Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf geht es in seinem Alltag darum, einen Strafprozess unter immer neuen Voraussetzungen innert nützlicher Frist zu einem Ende zu bringen. «Ein Staatsanwalt muss sich wie ein Wettkampfschwimmer in seiner Bahn vorwärtsbewegen und alles Unwesentliche von sich wegschieben», bestätigte Landmann.

Einig waren sich die drei Referenten, dass ein funktionierender Rechtsstaat ein hohes Gut ist, welches unbedingt zu hüten ist. «Die Justiz hat eine Überwachungsfunktion. Eine Geheimjustiz wäre das Schlimmste», brachte es Hans-Ruedi Graf auf den Punkt. (red)