Junger Comiczeichner erhält neuen Spezialpreis

Der junge Frauenfelder Zeichner Gabriel Kuhn erhielt am Dienstag den mit 4000 Franken dotierten und erstmals vergebenen «Spezialpreis für eine besondere Leistung» der Stiftung für Jugendförderung im Thurgau verliehen.

Christof Lampart
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Urkundenübergabe: Gabriel Kuhn und Emil Halter. (Bild: Christof Lampart)

Urkundenübergabe: Gabriel Kuhn und Emil Halter. (Bild: Christof Lampart)

frauenfeld. Der 18jährige bekam von Stiftungsratspräsident Emil Halter eine entsprechende Urkunde verliehen. Die 4000 Franken will der Maturand 2009 für den Besuch der Berufsschule für Gestaltung in Zürich verwenden, an welchem die gestalterischen Vorkurse für die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich durchgeführt werden.

Beharrlichkeit ausgezeichnet

Kuhn erhielt den Preis nicht nur für seinen professionell gestalteten Comicband «Players Choice», sondern auch für die Tatsache, dass er sein Zeichentalent seit dem Primarschulalter gepflegt hat und auch in der Zukunft weiter pflegen wird. «Wir zeichnen hier nicht einfach eine sehr gute Projektarbeit aus, sondern schätzen auch die Beharrlichkeit, mit der der junge Künstler schon seit Jahren in einem ausgefallenen Gebiet bei der Sache ist», so Stiftungsratsmitglied Matthias Hotz in seiner Laudatio. Dass Gabriel Kuhn ein Gespür für Farben, Formen und Geschichten hat, kommt jedoch nicht ganz überraschend, sind doch die bekannte Landschaftsfotografin Simone Kappeler und der Schriftsteller Hans «Gianni» Kuhn seine Eltern.

Videospiele Vorbilder

Wie der junge Künstler selbst erklärte, orientiert er sich beim Zeichnen bezüglich der ästhetischen Kriterien seiner futuristischen Fantasy-Comic-Geschichten mehr am Geist von aktuellen Videospielen und Zeichentrickfilmen – und nicht am traditionellen Comicheft. «Meine Geschichten müssen spannend und actiongeladen sein, in ihnen verschmelzen oft Realität und Visionen», fasst er kurz zusammen. Dass seine Superhelden oft mit Waffen gegen das Böse antreten, liege in der Natur der Sache – doch gewaltverherrlichend seien seine Geschichten keineswegs. «Ich stelle einfach den Kampf von Gut und Böse in den Mittelpunkt meiner Geschichten, und das geht im Fantasy-Bereich nun mal nicht ohne Waffen», so Kuhn.

Sorgfältige Planung

Auch zeichne er bei längeren Geschichten nicht einfach drauflos, sondern konzipiere die Geschichte, die Aufteilung der Bilder bewusst. «Ich muss zuerst wissen, wohin ich will, dann setze ich es mit Bleistift, Tusche und Computerprogrammen um.» Letzteres braucht er vor allem für die Kolorierung seiner Zeichnungen. «Ich kann mit dem Programm wie mit verschiedenen Transparenzfolien arbeiten, die ich dann mal wieder hinzufüge und dann wieder weglasse und so immer neue Farbtöne kreieren kann.» Wer möchte, kann den Comic «Players Choice» beim jungen Künstler zum Preis von 30 Franken erwerben – auf Wunsch signiert.

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