Junge Kunst mit Glitzer und Klecksern

FRAUENFELD. Junge Frauen zeigen im Rahmen des Frauenfelder Jugendkulturpreises ihr kreatives Können. In der Stadtgalerie Baliere gibt es Fotos mit viel Haut, schwarze Rosen und einen kopierten Hodler zu begutachten. Heute abend ist Vernissage.

Luisa Aeberhard
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Marion Wullschleger möchte die Jury mit ihren Fotos überzeugen. Kunst bedeutet für sie, den Gefühlen Ausdruck zu geben. (Bild: Reto Martin)

Marion Wullschleger möchte die Jury mit ihren Fotos überzeugen. Kunst bedeutet für sie, den Gefühlen Ausdruck zu geben. (Bild: Reto Martin)

Was ist eigentlich Kunst? «Kunst ist ein dehnbarer Begriff. Für mich heisst Kunst, meinen Gefühlen Ausdruck zu geben», sagt Marion Wullschleger. Die 18-Jährige nimmt am Frauenfelder Jugendkulturpreis in der Sparte bildende Kunst teil (siehe Kasten). Mit vier weiteren jungen Frauen stellt sie ihre Werke in der Stadtgalerie Baliere in Frauenfeld aus. Die Tür der Baliere öffnet heute um 18 Uhr.

Junge Frau im Feld

«Ich fotografiere, um etwas in mir rauszulassen», sagt Wullschleger. Momentan experimentiere sie mit Helligkeit und Körnung. Ein Foto zeigt eine leichtbekleidete, junge Frau im Feld. In ihrem Blog «Metamorphosis» präsentiert Wullschleger ihr kreatives Schaffen. «Ich möchte meine Fotos noch anderweitig zeigen», begründet sie ihre Teilnahme am Jugendkulturpreis.

Ein Mädchen mit grossen Kulleraugen, Stupsnase und spitzem Kinn lächelt einem auf einer Zeichnung entgegen. Leila Sabzalian zeichnet mit Farb- und Bleistiften mehrheitlich Mangas – japanische Comics. Typisch für den Manga-Zeichenstil sind grosse Augen und kindliche Gesichtszüge. «Meine Kunstwerke entstehen meist aus Kritzeleien», sagt Sabzalian.

Désirée Becker will wissen, ob ihre Kunstwerke gut ankommen. «Désirée hat schon als Kind aus Abfall etwas Schönes produziert», sagt ihr Vater. In einer Nische steht etwa eine Rose, gezwirbelt aus Draht. Silberner Glitzer umrandet die Blütenblätter aus schwarzem Papier. «Rot ist gewöhnlich, daher wollte ich mal etwas anderes ausprobieren», sagt sie. Die Künstlerinnen konnten Thema und Material ihrer Ausstellungsstücke frei wählen. «Sie sollen frei sein, um sich in alle Richtungen bewegen zu können», sagt Gabi Rufer, Vorstandsmitglied des Trägervereins Frauenfelder Jugendkultur.

Bepinselter Pullover

Cheyenne Oswald hat für eines ihrer Bilder auf Leinwand 103 Stunden aufgewendet. Dazu hat sie Hodlers «Rückzug nach Marignano» eins zu eins kopiert. «Wenn ich male, streiche ich zwischendurch den Pinsel an mir ab», sagt Oswald. So entschloss sie sich, einen der bepinselten Pullover auch auszustellen.

Arlinda Effendija träumt von einer Karriere als Modedesignerin. Inspirationen für ihre Zeichnungen in Schwarzweiss holt sie aus Modezeitschriften. «Nähen kann ich aber noch nicht», sagt sie lachend.