Jung fordert Alt im Jassen heraus

STECKBORN. Klein und gross haben sich am Samstagnachmittag im katholischen Pfarreisaal in Steckborn zum Generationen-Jass-Turnier getroffen. Eine friedliche und gemütliche Stimmung herrschte, und Preise bekamen nicht nur die ersten drei.

Judith Meyer
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Timon Festi, Susanne Festi, Beverly Frik und Rita Frik. (Bild: Judith Meyer)

Timon Festi, Susanne Festi, Beverly Frik und Rita Frik. (Bild: Judith Meyer)

Steckborn. Klein und gross haben sich am Samstagnachmittag im katholischen Pfarreisaal in Steckborn zum Generationen-Jass-Turnier getroffen. Eine friedliche und gemütliche Stimmung herrschte, und Preise bekamen nicht nur die ersten drei.

15 Jahre Unterschied zwischen zwei Jasspartnern war die Bedingung. Und so trafen sich Jassfreudige zwischen 8 und 89 Jahren. Jeweils zwei taten sich zusammen und spielten einen Partnerschieber mit weiteren zwei. Jeweils acht Spiele lang. Nach jeder Stunde wurde der Tisch gewechselt, so dass jeder am Schluss bei vierundzwanzig Spielen war.

Wenig Erfahrung

«Es hat mir Spass gemacht mit dir zu jassen», schmeichelte Susanne Festi, die mit ihrem Sohn Timon den zweiten Platz gemacht hatte, ihrer Jasspartnerin Beverly Frik aus Steckborn. Die Zehnjährige hatte trotz wenig Erfahrung im Jassen das Turnier bravourös gemeistert. «Meine Enkelin hat erst in diesem Frühjahr zu jassen begonnen», erzählte ihre Grossmutter Rita Frik aus Wil. Und Beverly selber meinte zu ihrer Teilnahme: «Es war gar nicht so schwierig und hat grossen Spass gemacht.» Ebenso fiel ein anderer junger Teilnehmer auf: Robin Belz, acht Jahre alt, sammelte Punkte wie nur etwas und war mit Grossvater, Mutter und Bruder ein Team. «Manchmal übe ich zu Hause und schaue dem Opa beim Jassen am Computer zu, aber viel geübt habe ich vorher nicht», verriet der Primarschüler aus Weinfelden schüchtern. Der Grossvater war es dann auch, der die Familie zum Generationen-Jass angemeldet hatte. «Wir organisierten als Vorbereitung mit Opa einen Jassabend», gab die Mutter von Robin, Katja Belz, fröhlich preis.

Faire Stimmung

Die Stimmung war äusserst sportlich, fair und friedlich; keine Kraftausdrücke waren zu hören, keine Missgunst zu spüren, keine Gehässigkeiten; alle hatten Spass an der Idee, Generationen miteinander durch das Spiel verbinden zu lassen. Migros Kulturprozent hat diesen Anlass letztes Jahr zum ersten Mal durchgeführt. «Viele haben doch mit den Grosseltern jassen gelernt oder spielen mit Grosseltern einen Jass», erklärte Natalie Brägger, Projektleiterin Kulturprozent Migros Ostschweiz. Wer Hunger oder Durst hatte, wurde mit einem Zvieri, Kaffee, Wasser und Apfelsaft verköstigt. «Wir wollten die Hürde zur Teilnahme an diesem Generationen-Jass-Turnier bewusst niedrig halten, daher sind die Verköstigung und die Teilnahme kostenlos», führte Brägger weiter aus. Kurz nach vier Uhr kam dann die Rangverkündigung. Geehrt wurden aber nicht nur diejenigen, die durch ihre Jassleistung auffielen, sondern auch die älteste und jüngste Teilnehmerin, Letztere durfte am Samstag sogar noch ihren 8. Geburtstag feiern. Lilly Buchmeier (89) und Daria Schröder (8) nahmen einen Gutschein in Empfang.