Jugendliche lernen das Wirtschaftsleben verstehen

KREUZLINGEN. Während der Wirtschaftswoche an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen (PMS) simulieren 120 Schülerinnen und Schüler das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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KREUZLINGEN. Während der Wirtschaftswoche an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen (PMS) simulieren 120 Schülerinnen und Schüler das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Zusammenhänge zwischen Regierung, privaten Haushalten und den Unternehmen vermitteln die Lehrer seit drei Jahren mit dem Planspiel «Oekowi». Vor Spielbeginn mussten sich die Schülerinnen und Schüler für eine Rolle entscheiden. Haushalte, Medien, Unternehmen und die Regierung bilden eine Spielgemeinschaft im fiktiven «Ecoland».

Ziel des Spiels ist es, den Staat «Ecoland» so zu gestalten, dass die Umwelt gesund ist, die Menschen Arbeit finden und die Unternehmen Profit machen. Dieses Ideal ist schwer zu erreichen. Die Diskussion im simulierten Parlament macht das schnell deutlich: Der Staat braucht neue Einnahmequellen. «Wir beantragen eine Importsteuer», so ein Unternehmen, «damit schützen wir gleichzeitig unsere heimische Produktion.» Geographie- und Wirtschaftslehrer Donatus Schnyder gibt zu bedenken: «Das Ausland wird in der Computersimulation darauf wahrscheinlich reagieren und seinerseits Schutzzölle einrichten. Damit ist der Export von Ecoland gefährdet.» Das Risiko gehen die Schülerinnen und Schüler ein. Steuerreduktionen für ökologisch produzierte Waren aber beschliessen sie nicht. «Das wäre besser für Unternehmen und Umwelt, würde aber die Staatskasse strapazieren», erklärt der Lehrer. «Beide Sichtweisen sind verständlich – man muss sich aber für eine entscheiden.»

All die Beschlüsse der Jugendlichen gaben die Lehrer in den Computer ein. Er berechnet die Auswirkungen. «Der Aufwand lohnt sich, weil Oekowi hilft, die Komplexität des Wirtschaftslebens besser zu verstehen», so der Geographie- und Wirtschaftslehrer Adrian Buholzer, der die Wirtschaftswoche federführend organisiert. (red.)

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