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JUGENDFÖRDERUNG: Maturanden und Musiker gefeiert

Im Rahmen des Campuskonzerts von Pädagogischer Maturitätsschule Kreuzlingen und der Pädagogischen Hochschule Thurgau wurden die besten Maturaarbeiten prämiert.
Der «Jasager» auf der Bühne des Kreuzlinger Dreispitzes. (Bild: PD)

Der «Jasager» auf der Bühne des Kreuzlinger Dreispitzes. (Bild: PD)

«Die Pädagogische Maturitätsschule ist bekannt für ihre vielen Konzerte und Aufführungen», hiess es in der Laudatio der Jury, die in diesem Jahr aus zwölf eingereichten Maturaarbeiten jene vier heraussuchen mussten, die von der Stiftung «Jugendförderung Thurgau» besonders ausgezeichnet werden. «Hanna Götz hat dazu mit ihrem Schubert-Abend beigetragen.» Die junge Frau aus Leimbach habe den Zauber des romantischen Liedes perfekt vermittelt. Noch zwei weitere Schülerinnen hatten sich mit ihren Arbeiten zu Kunst und Kultur ausgezeichnet. Flurina Schiesser aus Bischofszell schrieb und gestaltete «Zeit(ge)schichten» mit Gedichten und Collagen zum Thema Zeit. Josefin Sigfalk aus Kreuzlingen porträtierte unter dem Motto «Honesty» fünfzig Menschen mit einer Reihe von Schwarz-Weiss-Fotografien. «In ihrer Echtheit berührend und wohltuend in der Flut von belanglosen Selfies», befand die Jury. Jonathan Bauer aus Berg schliesslich wurde für seine Untersuchung zu den Ursachen des Syrienkonflikts belohnt. Er sucht darin selbst nach Lösungsansätzen. «Schnell wird es nicht gehen», erklärt er. «Noch fehlt der politische Wille. Aber militärisch ist der Konflikt jedenfalls nicht zu lösen.»

Zeitlose Gesellschaftskritik in Musik und Text

Der Verweis auf den aktuellen Krieg verlieh den Lieder von Bertold Brecht und Hanns Eisler, welche die Schülerinnen und Schüler beim Campuskonzert intonierten, zeitlose Relevanz. Die Kompositionen «Und ich werde nicht mehr sehen», das «Vielleicht»-Lied oder auch «Die Pappel vom Karlsplatz» erinnerten an das Leid, das militärische ­Konflikte nach sich ­ziehen.

Die Oper «Der Jasager» von Brecht und Kurt Weill führten die Chöre und das Orchester von PMS und PHTG in Zusammenarbeit mit der Theater AG der Schule auf. Die drei Schauspielerinnen Vanessa Busson, Marion Fischer und Erin Maier verkörperten die kranke Mutter, den Lehrer und den Knaben, der sich mit seiner Tötung einverstanden erklärt, um dem grossen Ganzen zu dienen. «Inhaltlich ist bei den Proben genau das passiert, was Brecht beim Schreiben beabsichtigt hatte», erklärt Oliver Schneider, der das Stück mit den jungen Leuten einstudiert hat. «Die Sänger und die Schauspielerinnen begannen zu diskutieren, die Moral in Frage zu stellen. Brecht hätte sich über den Effekt sicherlich gefreut. Er musste schliesslich wegen der Bedenken des En­sembles nach dem Jasager noch die Version des Neinsagers schreiben.»

Diese Variante, bei der der Knabe darauf besteht, nach Hause gebracht zu werden, wurde in Kreuzlingen stark gekürzt aufgeführt. «Uns allen war bewusst, dass wir Theater machen und gleichzeitig vielleicht auch ein bisschen zum Denken anregen», so Christine Forster, eine der Chorleiterinnen. «Tatsächlich ist das Stück extrem sperrig und provokativ. Die Schülerinnen und Schüler haben den Stoff aber erstaunlich locker aufgenommen. Die Musik ist so komponiert, dass man sich automatisch und recht schnell in Brechts Theaterwelt hin­einversetzen kann.» Das Zentrum Dreispitz war bei der Vorführung voll besetzt. (red)

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